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SAP Markets bringt Lösung für das Supplier Relationship Management

10.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SAP Markets, Tochter der Walldorfer Softwareschmiede SAP, hat mit "Mysap Supplier Relationship Management" (SRM) Software für das Management von Lieferantenbeziehungen vorgestellt. Das Produkt ist eine Weiterentwicklung von "Mysap E-Procurement" und lässt sich in bestehende SAP-Lösungen sowie Fremdprodukte für Supply Chain Management (SCM), Product Lifecycle Management (PLM) und Enterprise Resource Planning (ERP) integrieren.

Mit Mysap SRM können Unternehmen laut SAP Markets ihren Wertschöpfungsprozess verbessern und Kosten senken. Während SCM vor allem die Verwaltung der Materialien in der Wertschöpfungskette abdeckt, soll SRM die Lieferantenbeziehungen optimieren. Mysap SRM enthält Tools, um Beschaffungspraktiken zu evaluieren und automatisieren, Lieferanten-Selfservices einzurichten und Zulieferer in die Beschaffungsprozesse einzubinden. In der Lösung sind zudem Funktionen für die Entwicklung von Beschaffungsstrategien, zur Lieferantenqualifikation und -auswahl, zur Vertragsverhandlung - und verwaltung, zum Content-Management, zur Bezugsquellenfindung, zur plangesteuerten Direktbeschaffung sowie zur Überwachung der Lieferantenbeziehung enthalten.

Nun hofft SAP Markets darauf, dass die bestehenden 1200 Kunden seiner E-Procurement-Lösung künftig auf die SRM-Software upgraden werden. Als ersten Kunden kann das Unternehmen bereits den koreanischen Mobilfunkanbieter SK Telecom vorweisen. Allerdings ist SAP nicht das erste Unternehmen, das mit einer Lösung für das Lieferanten-Management auf den Markt kommt. Konkurrenten wie i2 Technologies, Manugistics, SAS Institute und Oracle haben bereits im vergangenen Jahr ähnliche Anwendungen herausgebracht. Peoplesoft will bis Ende Januar ebenfalls eine SRM-Suite vorstellen.

SAP Markets behauptet jedoch, die vollständigste Lösung zu bieten. Die Konkurrenten würden lediglich einzelne Punkte des Lieferanten-Management-Zyklus‘ abdecken. "Für SAS Institute bedeutet SRM Analyse, Ariba setzt auf Self-Service-Procurement, was alle Hersteller inzwischen mehr oder weniger anbieten, und i2 betont Beschaffung und Content-Management", erklärte Peter Graf, Vice President of Marketing bei SAP Markets.

Interessant ist die SRM-Einführung von SAP jedoch auch in anderer Hinsicht. "Die größte Bedeutung dieser Produktankündigung liegt darin, dass SAP nun mit Commerce One konkurriert", sagte Karen Peterson, Analystin bei der Marktforschungsgesellschaft Gartner. SAP behauptet jedoch, die bestehende Kooperation mit Commerce One - die Walldorfer sind mit 20 Prozent an dem amerikanischen E-Procurement-Spezialisten beteiligt - sei strategisch und bleibe von dem neuen Produktvorstoß unberührt. (ka)