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SAP erneut unter Verdacht des Insider-Handels

04.06.1999
Staatsanwaltschaft Heidelberg ermittelt

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Etwas mehr als zwei Jahre nach dem ersten Insider-Fall bei der SAP AG ist Deutschlands Vorzeigesoftwareschmiede erneut wegen des Verdachts verbotener Insider-Geschäfte ins Visier der Ermittler geraten. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) in Frankfurt/Main bestätigte einen Bericht im "Handelsblatt", wonach die Staatsanwaltschaft Heidelberg auf Antrag der Behörde die Ermittlungen aufgenommen hat. Es wird vermutet, daß Insider vor Bekanntgabe der schlechter als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen für 1998 Anfang Januar gezielt Geschäfte gemacht haben. Es gebe auffällig hohe Umsätze mit Optionsscheinen auf die SAP-Aktie. Die Untersuchungen liefen bisher gegen Unbekannt. Laut "Handelsblatt" richten sich die Ermittlungen aber auch wieder gegen SAP-Mitarbeiter.

Pressesprecher Gundolf Moritz erklärte, dies sei reine Spekulation. Er verwies darauf, daß SAP den Kreis der Insider nach den ersten Ermittlungen im Jahre 1997 bereits deutlich eingegrenzt habe. Damals hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt zunächst Ermittlungen gegen über 30 Personen aufgenommen. Gegen drei Personen - darunter ein SAP-Vorstand - wurde das Verfahren inzwischen gegen Geldauflagen eingestellt.