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SAP ergreift für Oracle Partei

04.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SAP hat sich anlässlich der derzeit tobenden Übernahmeschlacht zwischen Oracle und Peoplesoft zu Wort gemeldet. SAP-Vorstandsmitglied Shai Agassi erklärte gegenüber US-amerikanischen Medien, er halte die Entscheidung der US-Justiz, gegen Oracle zu klagen, für nicht angebracht. Nach Einschätzung der Behörden würde die Übernahme Peoplesofts durch Oracle zu Lasten des Wettbewerbs im Markt für Business-Applikationen gehen. Dies betreffe vor allem das Großkundensegment, in dem neben Peoplesoft und Oracle praktisch nur noch Marktführer SAP anzutreffen sei. Ein nachlassender Wettbewerb würde zu steigenden Preisen und weniger Innovation führen, argumentieren die Anwälte des Department of Justice (DoJ).

Mit dieser Sichtweise sei er nicht einverstanden, widersprach SAP-Manager Agassi. So seien die Grenzen zwischen dem Großkunden- und Mittelstandsgeschäft fließend. Außerdem dürfe man Microsoft als neuen ernst zu nehmenden Konkurrenten in diesem Umfeld nicht unterschätzen. Experten zufolge erfolgt die Parteinahme SAPs jedoch nicht uneigennützig. So spekuliert der Walldorfer Softwarekonzern bereits seit Beginn des Übernahmekampfes Mitte vergangenen Jahres auf die daraus resultierende Verunsicherung im Markt. So begrüßte der ehemalige SAP-Vorstandsprecher Hasso Plattner im Juni 2003 den Versuch Oracles, den Konkurrenten zu schlucken. Dies gebe SAP die Gelegenheit, einige unzufriedene Peoplesoft-Kunden zu gewinnen. Seitdem hat man im Markt allerdings noch nichts über entsprechende Ablöseprojekte gehört. (ba)