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S&P prognostiziert moderates Wachstum für die IT-Branche

05.04.2005
Die IT-Branche wird 2005 aus Sicht von Standard & Poor's (S&P) - ähnlich wie im Vorjahr - nur ein moderates Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erzielen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die IT-Branche wird 2005 aus Sicht von Standard & Poor's Ratings Services (S&P) - ähnlich wie im Vorjahr - nur ein moderates Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erzielen. Allerdings gibt es zwischen und innerhalb der einzelnen Segmente Ausnahmen, berichtet die Investment-Bank.

Nachdem die Halbleiterumsätze seit dem Sommer 2004 zurückgehen, prophezeit S&P für diesen Bereich im laufenden Jahr einen leichten Rückgang oder bestenfalls eine Stabilisierung. Längerfristig sehen die Rating-Spezialisten jedoch ein Wachstum von acht bis zwölf Prozent. Besser sind die aktuellen Aussichten für das Segment TK-Equipment, so S&P: Hier hätten sich die Einnahmen nach dem drastischen Einbruch zum Jahrtausendwechsel wieder stabilisiert und stiegen weiter an, wenn auch nur bescheiden. Im Gegensatz dazu traut die Investment-Bank Herstellern von Produktions-Equipment, Handys, Flash-Speichern und Logic-Chips aufgrund der technischen Weiterentwicklung sogar überdurchschnittliche Zuwachsraten zu.

Für die Bereiche Software und Services geht S&P von einem anhaltenden Wachstum aus. Durch langfristige Serviceverträge hätten sich die Anbieter inzwischen einen kontinuierlichen Umsatzstrom gesichert, der zudem eine bessere Planung ermögliche, so die Einschätzung der Finanzexperten. Zudem verdichteten sich die Anzeichen, dass die Unternehmenskunden allmählich wieder stärker in IT-Infrastruktur investierten, schreibt S&P. Trotzdem seien die meisten Software- und Servicefirmen weiter vorsichtig und würden ihre Kostenstruktur den aktuellen Umständen anpassen. Dadurch blieben sie finanziell ausreichend flexibel, um kurzfristig auftretende Unregelmäßigkeiten abzufedern.

Die Investment-Banker gehen davon aus, dass in der Softwarebranche Konsolidierung, Übernahmen und Abspaltungen weiter an der Tagesordnung sein werden. Der Kauf von Peoplesoft und Retek durch Oracle, die Veräußerung von Teilen des Sicherheitsdienstleisters Dyncorp durch CSC sowie die Übernahme von Sungard durch ein Finanzkonsortium seien nur einige Beispiele. (mb)