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RegTP eröffnet neues DSL-Verfahren gegen Telekom

18.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, kurz RegTP, hat nach eigenen Angaben erneut ein "T-DSL-Entgeltregulierungsverfahren" gegen die Deutsche Telekom eröffnet. Der Bonner Carrier habe die Chance verpasst, durch eigene Anpassungsmaßnahmen die wettbewerbliche Schieflage im DSL-Markt zu beseitigen. "Daher bleibt uns jetzt nur der Weg, durch ein förmliches Verfahren die Bedingungen im wachsenden DSL-Markt diskriminierungsfrei zu gestalten", erklärte der oberste Regulierer Matthias Kurth (siehe auch unser Exklusiv-Interview).

Mitte November hatte die RegTP bereits entsprechende Schritte angedroht. Im März dieses Jahres hatte die Behörde festgestellt, dass die Telekom ihr T-DSL teilweise nicht kostendeckend anbiete. Durch das jetzt angestrengte Verfahren will Kurth erreichen, dass Wettbewerber nicht benachteiligt werden. Die Telekom habe in allen seinerzeit bemängelten Bereichen - Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung, Verpflichtung zum Line-Sharing, Resale-Angebote sowie Verfügbarkeit von Mietleitungen - bis dato nicht dazu beigetragen, die Situation zu verbessern.

Telekom-Sprecher Stephan Broszio sieht das naturgemäß anders. Er äußerte sich auf Anfrage verwundert über die neuerliche Attacke des Regulierers, die sich plötzlich wieder auf den Preis beziehe, obwohl in vielen anderen zuvor bemängelten Bereichen erhebliche Fortschritte erzielt worden seien. Man prüfe nun, ob eine drohende vom Regulierer verhängte Preiserhöhung unausweichlich sei.

Die Telekom hat ferner heute ihren zweimillionsten T-DSL-Kunden begrüßt. Ab sofort surft auch Thomas Dörner aus Ratingen mit 768 Kbit/s beim Downlink durchs Netz. (tc)