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Regierung plant Auffanglösung für Kirch Gruppe

06.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nachdem die Gläubigerbanken der hochverschuldeten Kirch Gruppe keine weiteren Kredite einräumen wollen, hat die Bundesregierung eine "nationale Lösung" vorgeschlagen. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" soll eine weitgehende Aufteilung des Medienkonzerns verhindern, dass große Teile des Unternehmens in die Hände von Rupert Murdoch fallen. Der Entwurf sieht vor, dass sich das Unternehmen gesundschrumpft, indem es seine Beteiligung an der Formel 1 an einen Autokonzern verkauft. Kirch soll auch seinen 40-prozentigen Anteil am Springer Verlag veräußern. Als Käufer soll ein Konsortium mehrerer Verlage auftreten. Bislang scheitert die Lösung jedoch am Widerstand von Leo Kirch.

Die Bedenken der rot-grünen Regierung gegen Murdoch beziehen sich dem Zeitungsbericht zufolge auf dessen Geschäftsmethoden. So benutze der Medienmogul eigene Zeitungen wie die britische "Sun", um Einfluss auf Wahlen zu nehmen. Ein solches Vorgehen will die Schröder-Regierung offensichtlich verhindern. Niemand habe Interesse, Murdoch den roten Teppich auszurollen, erklärte ein führender Regierungsvertreter. (mb)