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Razzien gegen Kinderpornografie in zwölf Staaten - 500 Festnahmen

16.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Sicherheitskräfte in zwölf Ländern Europas und Lateinamerikas haben in einer Großaktion ein internationales Pädophilennetz zerschlagen. Wie die spanische Polizei in Madrid mitteilte, wurde die Festnahme von mehr als 500 Verdächtigen erwartet. Ihnen wurde zur Last gelegt, pornografische Aufnahmen und Filme mit Kindern über das Internet verbreitet zu haben.

Bei Razzien, die von spanischen Ermittlern koordiniert wurden, durchsuchten die Beamten Wohnungen in Spanien, Frankreich, Italien, Schweden, den Niederlanden, Chile, Argentinien, Panama, Costa Rica, Mexiko, der Dominikanischen Republik und Uruguay. Dabei wurden große Mengen an CDs, Videos, Fotos und MP3-Speicher mit pornografischem Material sichergestellt. Die genaue Zahl der Festnahmen stand auf Grund des Zeitunterschieds zwischen Europa und Lateinamerika zunächst nicht fest.

Allein in Spanien machte die Polizei 19 Verdächtige dingfest und durchsuchte Wohnungen im ganzen Land. Innenminister José Antonio Alonso kündigte an, die Madrider Regierung werde unnachgiebig gegen die Kinderpornografie vorgehen.

Die Polizei war durch die Anzeige eines Bürgers in Pontevedra in Nordwestspanien auf das Netzwerk aufmerksam geworden. Der Mann hatte festgestellt, dass im Internet über ein spanischsprachiges Chat-Forum Kinderpornografie verbreitet wurden. Die Polizei überwachte daraufhin dieses Forum und ermittelte in zwei Wochen mehr als 900 Anschlüsse, über die pornografisches Material eingespeist wurde. (dpa/tc)