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Qualcomm braut neuen Handy-Standard

01.02.2001
CDMA-Erfinder Qualcomm hat mit "Brew" eine neue Anwendungsplattform für Handys und andere mobile Endgeräte angekündigt, die als Alternative zu Java positioniert wird.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Company Qualcomm Corp. will eine revolutionäre Technik zusammengebraut haben: Geht es nach dem Willen des CDMA-Erfinders (Code Division Multiple Access, technische Basis von UMTS = Universal Mobile Telephony System), dann wird "Brew" zum neuen Standard für mobile Applikationen auf Handys und anderen Endgeräten. Brew steht für "Binary Environment for Wireless" und soll - ähnlich wie Java - geräteunabhängig funktionieren. Allerdings können Entwickler in den Hochsprachen C und C++ schreiben. Die Brew-Anwendungen werden vor der Übertragung zum Nutzer kompiliert und sind damit kompakter und schneller als Java-Applets, die prinzipbedingt via Interpreter ausgeführt werden.

Im Mai will Qualcomm sein gegenwärtig im Betatest befindliches Brew-SDK (Software Development Kit) kostenlos verteilen. Als künftige Anwendungen kann sich der Hersteller beispielsweise verbesserte E-Mail-Funktionen, mobile Chats, positionsabhängige Dienste, On- und Offline-Spiele, Internet-Radio sowie Streaming Video vorstellen. Solche Funktionen lassen sich unabhängig von der Hardware und dem proprietären Betriebssystem des jeweiligen Endgeräts realisieren, bislang größtes Hindernis bei der Entwicklung mobiler Applikationen.

Ob Brew ein kommerzieller Erfolg wird, hängt vor allem davon ab, ob Qualcomm zum einen genügend Netzbetreiber und zum anderen hinreichend viele Entwickler für sein Konzept gewinnen kann. Letztere lockt der mit 500 Millionen Dollar dotierte Qualcomm Venture Fund, den das Unternehmen unlängst für die Entwicklung neuer und innovativer Anwendungen ausgelobt hatte.