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Prozess gegen früheren Worldcom-Chef Ebbers beginnt morgen

17.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Prozess gegen Bernard "Bernie" Ebbers, ehemaliger Konzernchef des in den größten US-Bilanzbetrugsskandal verwickelten Telekom-Riesen Worldcom, beginnt am morgigen Dienstag in New York, wie die "New York Times" gestern in ihrer Online-Ausgabe berichtet. Ebbers werden in dem elf Milliarden Dollar schweren Bilanzbetrugsfall demnach Verschwörung, Wertpapierbetrug und Falschangaben gegenüber Aufsichtsbehörden vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 85 Jahre Gefängnis, falls er in allen Punkten für schuldig befunden werden sollte.

Worldcom war im Jahr 2002 zusammengebrochen und musste zum Insolvenzrichter gehen. Die Aktionäre und Investoren verloren Milliarden. Es war das größte Insolvenzverfahren der US- Wirtschaftsgeschichte. Worldcom firmiert nach seiner Sanierung inzwischen als MCI.

Ebbers hatte Worldcom innerhalb von zwei Jahrzehnten durch Dutzende von Firmenaufkäufen von einer winzigen Telefongesellschaft in einen der weltgrößten TK-Konzerne verwandelt. Er selbst war dabei steinreich geworden.

Inzwischen haben sich fünf ehemalige Worldcom-Manager schuldig bekannt, darunter der ehemalige Finanzchef Scott Sullivan. Die Citigroup, der führende Investmentbanker des Unternehmens, zahlte in einem Vergleich 2,65 Milliarden Dollar, um Ansprüche von Anlegern zu befriedigen, die bei dem Konkurs geschädigt worden waren. Zehn ehemalige Verwaltungsratsmitglieder von Worldcom hatten sich überdies in einem Vergleich bereit erklärt, 18 Millionen Dollar aus eigener Tasche zu berappen. (dpa/tc)