Windows-Netzwerk

Ping-Antworten unter Windows aktivieren

Thomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.
Mal eben einen Rechner anzupingen, um schnell herauszufinden, ob er grundsätzlich erreichbar ist, gehört meist zu den ersten Maßnahmen bei Netzwerkproblemen. Doch unter Windows können Sie sich nicht auf das Ergebnis verlassen, denn standardmäßig erhalten Sie nie eine Antwort.

Ping-Befehl in Defender-Firewall freigeben

Verantwortlich für die ausbleibenden Antworten auf den Ping-Befehl ist die hauseigene Firewall, die Microsoft mittlerweile unter der Bezeichnung Windows Defender Firewall führt. Sie ist standardmäßig so konfiguriert, dass sie Ping-Anforderungen nicht passieren lässt.

Ändern lässt sich das Verhalten, indem Sie die Systemsteuerung aufrufen und dort über System und Sicherheit / Windows Defender Firewall zu den erweiterten Einstellungen navigieren. Im nächsten Dialog wählen Sie oben links Eingehende Regeln aus, denn Pings lassen sich ja verschicken, es geht lediglich um den Umgang mit eingehenden Paketen.

Defender-Firewall-Einstellungen in Detail

Relevant sind in der Übersicht die Regeln, deren Namen mit Datei- und Druckerfreigabe (Echoanforderung …) beginnt. Insgesamt handelt es sich um vier Einträge, die sich anhand der ICMP-Version (v4 beziehungsweise v6) und des Profils (Domäne oder Privat/Öffentlich) unterscheiden. Arbeiten Sie im Unternehmen, sind Sie höchstwahrscheinlich Mitglied in einer Domäne, im heimischen LAN greift das Netzwerkprofil Privat.

Digital Leader Initiative

Es bleiben somit üblicherweise zwei Einträge übrig, die Sie anpassen müssen: einmal für ICMPv4 und einmal für ICMPv6. Die Konfigurationsseiten der Regeln lassen sich über deren Kontextmenü und Auswahl von Eigenschaften oder per Doppelklick aufrufen. Auf dem Tab Allgemein setzen Sie ein Häkchen vor Aktiviert und wechseln bei Nicht-Domänenmitgliedern dann weiter zur Registerkarte Erweitert.

Dort entfernen Sie das Häkchen vor Öffentlich, sodass die Regel nur für das Netzwerkprofil Privat gilt. Auf diese Weise verhindern Sie für öffentliche Netzwerke, dass Ihr Rechner bei einem Ping-Flooding unbeabsichtigt zu einem Angriffswerkzeug wird, das ohne Unterlass Antwortpakete auf manipulierte Ping-Anfragen verschickt. (hal)