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Philips verlegt Kommunikation ins Home-Office

15.02.2007
Auch mit der Auslagerung der E-Mail-Verwaltung will der Konzern die Kosten senken.

Um grenzüberschreitende Collaboration ging es heute unter anderem auf den "Hamburger IT-Strategietagen", einem Fachkongress, zu dem die COMPUTERWOCHE und die CIO hochkarätige CIOs geladen hatte. Beim Philips-Konzern etwa hatte ein starkes Wachstum in den vergangen Jahren zu einem entsprechenden Anstieg der internen und externen Kommunikation über Ländergrenzen geführt. Herkömmliche Verständigungsmittel wie Fax, Telefon und E-Mail reichten nicht mehr aus. CIO Daniel Hartert suchte daher nach neuen Techniken, um der steigenden IT-Anforderungen in einer zunehmend virtuellen Unternehmenswelt Herr zu werden.

Dabei machte sich der Unterhaltungselektronikkonzern die Tatsache zunutze, dass die IT in den vergangenen Jahren Einzug in die Conusmer-Welt gehalten hat. "Früher war die IT eine Domäne der Geschäftswelt - heute ist sie überall: am Arbeitsplatz, zuhause, unterwegs", so Hartert. „Die Verbraucher sind IT-mündig geworden." Damit stellten die Consumer - und im Unternehmen die Mitarbeiter - heute aber auch extrem hohe Anforderungen an die IT im Unternehmen: "Sie erwarten, dass die Technik genauso gut funktioniert wie sie es von zuhause gewöhnt sind - und sie wollen die gleichen Möglichkeiten haben."

Vor diesem Hintergrund entschied sich Hartert für eine Neuorganisation der gesamten Kommunikation: Heute dient das Büro in erster Linie als Treffpunkt, die IT-gestützte Kommunikation erfolgt von zuhause. Dabei kommunizieren die Philips-Mitarbeiter zusätzlich zu Fax, Telefon und E-Mail auch per SMS, Instant Messaging, Blogs und Sharing-Plattformen.

Ein weiteres Argument, das für dieses Konzept spricht, sind die hohen Unterschiede zwischen den Kosten für die private und die Unternehmenskommunikation: So sind für einen privaten DSL-Zugang im Schnitt etwa 240 Euro zu veranschlagen, ein Firmenweitverkehrnetz kosten das Unternehmen pro User dagegen 600 Euro pro Jahr, rechnet Hartert vor. Aus diesem Grund habe Philips auch beschlossen, die E-Mail-Verwaltung an einen externen Anbieter auszulagern. "Mit diesen beiden Maßnahmen werden wir unsere Kosten auf 30 Prozent der jetzigen Ausgaben senken," hofft der CIO.

Um die Kommunikation gleichzeitig weiter zu verbessern, hat der Konzern außerdem ein Video-Broadcasting-System für die Übermittlung interner Nachrichten sowie Online-Konferenzen eingeführt, in denen Führungskräfte zu einem bestimmten Thema diskutieren. Diese Beiträge werden anschließend analysiert und geclustert, um daraus konkrete Aktionen ableiten zu können. (sp)