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Personalsoftwarefirma Kronos wird reprivatisiert

26.03.2007
Die Softwarefirma Kronos hat eingewilligt, sich von der Beteiligungsgesellschaft Hellman & Friedman für rund 1,8 Milliarden Dollar von der Börse kaufen zu lassen.

Kronos mit Sitz im US-Bundesstaat Massachusetts bietet Software für das Personalwesen an, mit der mittelständische Anwender Lohnbuchhaltung und andere Backend-Funktionen erledigen können. Es wurde schon 1977 gegründet und setzte im letzten Geschäftsjahr (31. September 2006) 578,2 Millionen Dollar um.

Hellman & Friedman zahlt den Anlegern von Kronos für jeden Anteil 55 Dollar. Zu Ende 2006 waren rund 32 Millionen Aktien im Umlauf. Am Donnerstag letzter Woche hatte die Kronos-Aktie 3,3 Prozent fester bei 46,63 Dollar geschlossen. Das Angebot der Private-Equity-Firma liegt rund 18 Prozent darüber und sogar 34,4 Prozent über dem Schlusskurs von vor 20 Tagen.

Hellman & Friedman sitzt in San Francisco und verwaltet mehr als 16 Milliarden Dollar zugesagtes Kapital. Andere Investments der Kalifornier sind der Werbevermarkter DoubleClick, die Softwarefirma Intergraph und die Nielsen-Media-Research-Mutter VNU Group.

Der Verwaltungsrat von Kronos hat der Übernahme, die voraussichtlich im vierten Quartal abgeschlossen sein wird, bereits zugestimmt und empfiehlt den Kronos-Aktionären dasselbe. Nach einer gründlichen Prüfung strategischer Alternativen sei man zum Schluss gekommen, hiermit am besten im Sinne der Firma zu handeln. Kronos habe künftig die finanzielle Freiheit und operative Flexibilität, um ohne den vierteljährlichen Bedarf nach kurzfristigen Gewinnen langfristige strategische Entscheidungen zu treffen.

Kronos möchte nach eigenen Angaben der erste Spezialist für Personalsoftware mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz werden. Für sein erstes Quartal hatte das Unternehmen im Januar einen 8,5-prozentigen Gewinneinbruch gemeldet, der durch Verbuchung von Optionskosten und Abschreibungen entstand. Beraten wurde Kronos bei dem Buyout exklusiv von Jefferies Broadview. (tc)