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Palm übertrifft die Erwartungen

21.12.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Handheld-Weltmarktführer Palm hat gestern nach (US-)Börsenschluss seine Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Der Hersteller wies einen Nettogewinn von 20,3 Millionen Dollar oder vier Cent pro Aktie aus. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug der Profit 12,9 Millionen Dollar oder zwei Cent je Anteilschein. Abzüglich außergewöhnlicher Belastungen belief sich der aktuelle Quartalsgewinn auf fünf Cent je Aktie und übertraf damit die Prognose der Wallstreet um einen Cent.

Den Umsatz konnte Palm gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres (258,6 Millionen Dollar) auf 522,2 Millionen Dollar mehr als verdoppeln. Die Erwartungen der Finanzwelt (520 Millionen Dollar) wurden damit nur minimal getoppt. Rob Cihra, Analyst bei ING Barings, äußerte sich enttäuscht, dass Palm angesichts der offensichtlichen Nachfrage nach seinen Produkten hier nicht deutlicher gepunktet habe. Allerdings sei das Ergebnis angesichts der aktuellen Probleme der Konkurrenz (z.B. Microsoft, Intel, Apple) doch ausgesprochen positiv einzuordnen. "Um das klarzustellen: Palms Ergebnis ist praktisch besser als das jeder anderen IT-Company", so Cihra.

Dem Aktienkurs von Palm scheint das Analystenlob allerdings wenig zu nützen, woran aber nicht zuletzt die allgemeine Börsentalfahrt eine gehörige Mitschuld treffen dürfte. Im nachbörslichen Handel wurde das Papier laut Instinet jedenfalls nach einem Schlusskurs von 38,13 Dollar für 32 Dollar gehandelt.

Zeitgleich mit dem Ergebnis kündigte Palm an, man habe die in Portland, Oregon, ansässige Softwareschmiede Wesync übernommen. Diese ist spezialisiert auf Lösungen für den drahtlosen Datenabgleich. Palm zahlt 40 bis 45 Millionen Dollar, und zwar abhängig vom Abschlusstermin des Deals in bar oder Aktien.