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Novell profitiert von Sondererlösen

23.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aufgrund einer Sonderzahlung des Konkurrenten Microsoft hat die Suse-Mutter Novell im abgelaufenen Dreimonatszeitraum einen deutlichen Gewinnsprung erzielt. Die zunehmend an Linux orientierte Softwareschmiede weist für das erste Fiskalquartal 2004/5 (Ende: 31. Januar) einen Nettoprofit von 392 Millionen Dollar oder 90 Cent je Aktie aus, verglichen mit einem Plus von 10,1 Millionen Dollar oder drei Cent je Anteil. Abzüglich der von Microsoft gezahlten 448 Millionen Dollar zur Beilegung eines Kartellrechtsstreits (Computerwoche.de berichtete) sowie weiterer Sondereffekte wäre der (Pro-forma-)Profit dagegen von elf Millionen auf 10,1 Millionen Dollar oder drei Cent pro Anteil geschrumpft. Die von Thomson First Call befragten Analysten hatten im Schnitt jedoch nur ein Plus von zwei Cent je Aktie erwartet.

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um neun Prozent auf 290,1 Millionen Dollar und lag damit knapp fünf Millionen Dollar über dem Marktkonsens. Den Zuwachs verdankt das Unternehmen aus Waltham, Massachusetts, in erster Linie dem Bereich Wartung und Services, der um rund 13 Prozent auf knapp 240 Millionen Dollar zulegte. Die Lizenzerlöse sanken dagegen von 54,8 auf 50,4 Millionen Dollar.

Novell profitierte im Berichtszeitraum außerdem vom schwachen Dollar: Nach eigenen Angaben machten positive Währungseffekte etwa zehn Millionen Dollar des Gesamtumsatzes aus, das Nettoergebnis sei deswegen um rund zwei Millionen Dollar besser ausgefallen.

Rund 15 Millionen Dollar steuerte der im Vorjahresquartal noch nicht konsolidierte Linux-Distributor Suse zu den Gesamterlösen bei. Davon stammen etwa sieben Millionen Dollar aus Wartungsverträgen für den Suse Linux Enterprise Server (SLES). Zum Vergleich: Beim Konkurrenten und Marktführer Red Hat wurden im vergangenen Dreimonatszeitraum (Ende: 30. November) insgesamt 132.000 Wartungs- und Support-Verträge für dessen Enterprise-Linux-Produkt neu abgeschlossen oder verlängert, die entsprechenden Einnahmen summierten sich auf 50,9 Millionen Dollar. (Computerwoche.de berichtete).

Über die Einnahmen mit dem Netzbetriebssystem Netware zeigte sich Novell-CEO Jack Messman ebenfalls etwas enttäuscht. Der Firmenchef rechnet jedoch, dass die Nachfrage mit der für Anfang März erwarteten Freigabe des "Open Enterprise Server" (OES), der Netware 7 und Suse Linux Enterprise Server in einem Produkt bündelt, wieder anspringt (Computerwoche.de berichtete).

CEO Messman zeigte sich in einer Stellungnahme dennoch mit dem abgelaufenen Quartal zufrieden. Novell habe seine Strategie konsequent weiter verfolgt. "Es liegt aber noch viel Arbeit vor uns, um das Unternehmen in unseren Wachstumsmärkten neu zu positionieren", erklärte der Topmanager. (mb)