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Nintendo droht wegen illegaler Absprachen Geldbuße vom EU-Kartellamt

25.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der japanische Anbieter von Unterhaltungselektronik Nintendo muss wegen Verstößen gegen das EU-Wettbewerbsrecht mit einer Geldbuße rechnen. Das europäische Kartellamt ist der Ansicht, dass der Spielkonsolenhersteller mit seinen Importeuren und Distributoren in Europa illegale Absprachen getroffen hat. Ziel sei es gewesen, Exporte in andere EU-Länder zu verhindern und damit die Preise in einigen Ländern künstlich hoch zu halten, berichtet das "Wall Street Journal" mit Verweis auf Insiderinformationen.

Die EU-Kommission hatte bereits im April 2000 einen entsprechenden Verdacht geäußert (Computerwoche online berichtete). Damals warfen die Kartellhüter Nintendo und sieben Distributoren vor, sie hätten jedem Händler ein bestimmtes nationales Territorium innerhalb der EU zugeteilt, in dem dieser Nintendo-Produkte vertreiben und inoffizielle andere Vertriebskanäle sowie Exporte verhindern sollte. Zu diesem Zweck soll der japanische Spielehersteller Ausfuhrbarrieren und -Kontrollen für die Einzel- und Großhandelskunden der Distributoren eingeführt haben.

George Harrison, Senior Vice President bei Nintendos US-Niederlassung, bestätigte gegenüber dem "Wall Street Journal" die Anschuldigung und fügte hinzu, dass die Strafe innerhalb der nächsten zehn Tage offiziell bekanntgegeben werden soll. Harrison betonte zugleich, dass Nintendo die Distributionsvereinbarungen inzwischen den EU-Richtlinien angepasst habe. (mb)