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Nextel Partners entscheidet über Verkauf an Sprint

26.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nachdem Sprint für 35 Milliarden Dollar Nextel (siehe auch: "Sprint vollzieht Nextel-Kauf") übernommen hat, folgte der zwangsläufige Aufkauf von US Unwired für 1,5 Milliarden Dollar (siehe hierzu:"Sprint kauft sich die Übernahme frei"). Nun muss der Konzern möglicherweise abermals tief in die Tasche greifen. Grund sind die Ansprüche von Nextel Partners, einem früheren Partnerunternehmen von Nextel aus Kirkland, Washington, das Mobilfunkdienste an 18 Millionen Kunden in 31 US-Bundesstaaten vertreibt. Nextel Partners hatte der im vergangenen Monat abgeschlossenen Fusion von Sprint und Nextel nur unter der Bedingung zugestimmt, dass Nextel eine Kaufverpflichtung für alle noch ausstehenden 69 Prozent der Anteile unterzeichnet. Der Kaufpreis orientiert sich an dem aktuellen Aktienkurs.

Im Zuge der Nextel-Übernahme war Sprint in den vergangenen Monaten von einigen Partnerunternehmen verklagt worden. Um den Weg für die Elefantenhochzeit frei zu machen, hatte der Mobilfunkkonzern im Juli US Unwired für 1,3 Milliarden Dollar aufgekauft. Im August kündigte Sprint-CEO Gary Forsee an, er werde neue Partnerverträge abschließen oder - wie im Fall US Unwired - die Partner akquirieren.

Da die Marktkapitalisierung von Nextel Partners wegen der Übernahmespekulationen um knapp 50 Prozent auf rund 7,1 Milliarden Dollar gestiegen ist, ist das Unternehmen allerdings kein kleiner Fisch. Die beiden Parteien debattieren daher seit einiger Zeit über eine angemessene Bewertung. Sprint Nextel fordert, dass bei der Preisfindung neben dem Aktienkurs weitere Faktoren berücksichtigt werden. Nextel Partners wiederum beschuldigt den drittgrößten US-Mobilfunkanbieter, er wolle den Aktienkurs drücken, um den Kaufpreis zu senken.

Ob die Kaufverpflichtung eingelöst wird, soll nun auf einer außerordentlichen Hauptversammlung entschieden werden. Wie Nextel Partners in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bekannt gab, haben sich mehr als 20 Prozent der stimmberechtigten Aktionäre für ein Treffen entschieden. Das Management will sich für den Verkauf der restlichen Anteile an Sprint Nextel aussprechen. (mb)