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Neues Virus wünscht "Feliz Navidad"

13.11.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Antiviren-Experten von Network Associates warnen vor dem neuen "W32/Navidad@m-Virus", kurz Navidad, das bereits rund zehn große Unternehmen befallen haben soll. Zeitungsberichten zufolge gehören der Halbleiterhersteller Intel und der Mineralölkonzern ExxonMobil zu den betroffenen Firmen. Allerdings, so die Experten, verursache der Internet-Wurm wohl mehr Ärger als wirkliche Zerstörung.

Das Virus, das mit dem spanischen Wort für "Weihnachten" versehen ist, verbreitet sich über Microsofts E-Mail-Programm "Outlook". Schreibt ein Anwender eine E-Mail an einen Teilnehmer mit einem bereits infizierten Rechner, erhält der Absender automatisch ein Antwortschreiben mit dem Attachement "NAVIDAD.EXE". Wird der Anhang geöffnet, erscheint am rechten unteren Bildschirmrand ein Icon in Form eines Auges. Geht der Anwender mit dem Cursor über das Icon, wird der Text "Lo estamos mirando" - "Wir sehen es" - sichtbar. Beim Doppelklick auf das Auge erscheint die Nachricht "Nunca presionar este botón", was so viel heißt wie "Niemals diesen Knopf drücken". Wird er dennoch angeklickt, liest der Benutzer: "Feliz Navidad, lametablemente cayó en la tentación y perdió su computadora" ("Frohe Weihnachten, leider haben Sie sich in Versuchung führen lassen und Ihren Computer zerstört"). Der Wurm ist installiert und beantwortet künftig die

in Outlook ankommenden E-Mails. Bei zu hohem Beantwortungsaufkommen kann das Mail-System abstürzen.

Die Antivirenexperten raten, E-Mails mit dem Navidad-Wurm sofort zu löschen. Bei Infizierung kann das schädliche Programm jedoch auch manuell geschlossen werden. Bei Network Associates steht bereits ein Patch bereit.

Weihnachten scheint die Viren-Autoren zu inspirieren. Im vergangenen Jahr war kurz vor dem Fest ein Virus namens "Prilissa" aufgetaucht, das darauf ausgelegt war, am ersten Weihnachtsfeiertag die Festplatte der infizierten Benutzer neu zu formatieren (Computerwoche online berichtete). Zum Ursprung des Navidad-Wurms ist noch nichts bekannt. Aufgrund der spanischen Anweisungen gehen die Spezialisten jedoch von südamerikanischen Verursachern aus.