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Netscape-Senioren machen P2P

06.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Gerüchteküche brodelt: Angeblich wollen die Netscape-Gründer Jim Barksdale und Marc Andreessen eine Firma für die Content-Distribution aufbauen. Das Modell soll auf dem P2P-Verfahren (Peer-to-peer) à la Napster beruhen.

Zodiac Networks heißt die Company, um die sich seit einer Woche die Gerüchte ranken. So sollen sich Barksdale und Andreessen zusammengetan haben, um ein Startup im P2P-Bereich aus der Taufe zu heben. Nach einem Bericht von News.com sind auch die ehemaligen Netscape-Mitarbeiter Mike Homer und Wade Hennessey mit an Bord. Letzterer hat immerhin die Firmen-Domain Zodiacnetworks.com registriert. Zu den Geldgebern der Company zählen Benchmark Capital, The Barksdale Group sowie verschiedene andere Netscape-Veteranen.

Technisch soll das neue Verfahren einer Mischung aus Napster, Akamai und Pointcasts Push-Dienst ähneln. Nutzer können sich Dateien - Videos oder Audio-Files - auf den Rechner schicken lassen (Push). Diesen Content müssen sie aber innerhalb des Systems den anderen Teilnehmern zur Verfügung stellen (P2P). Durch die relative räumliche Nähe der Clients, die wie ein Server auftreten, lassen sich analog zu Akamais Distributionsmodell Engpässe bei der Bandbreite verringern: Man lädt einen Song nicht aus Alabama, sondern eben aus Aachen. Die Spekulationen passen überdies gut zu Andreessens gegenwärtigem Engagement im Bereich der Internet-Infrastruktur. Neben seiner kurz vor dem Börsengang stehenden Firma Loudcloud ist er auch an Sigma Networks beteiligt, das erst kürzlich eine Finanzspritze von 435 Millionen Dollar erhalten hat.