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Nemetschek-Tochter Apsis meldet Insolvenz an

24.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Apsis Software AG, eine 80-prozentige Tochter des Bausoftwarespezialisten Nemetschek, hat beim Amtsgericht München Insolvenz angemeldet. Der Anbieter von Projekt- und Kosten-Management-Lösungen für die Baubranche gehört seit 1999 zum Nemetschek-Konzern und war dem Geschäftsbereich New Business Opportunities zugeordnet. Wie die Muttergesellschaft mitteilte, hatte Apsis zwar seit Anfang des Jahres umfangreiche Konsolidierungsmaßnahmen eingeleitet; diese hätten jedoch nicht ausgereicht, um die Kosten den stark rückläufigen Einnahmen anzupassen. Um Nemetschek selbst nicht in Gefahr zu bringen, sei letztendlich eine Insolvenz unvermeidbar gewesen.

Das Mutterunternehmen hatte bereits zu Ende des ersten Halbjahres auf die angespannte Situation bei Apsis hingewiesen und auf Konzernebene 1,1 Millionen Euro auf den Firmenwert abgeschrieben. Während hier keine weiteren Belastungen zu erwarten seien, rechnet Nemetschek, dass die Pleite das Ergebnis auf AG-Ebene mit vier Millionen Euro belasten werde. Die Aufwendungen, Abschreibungen in Höhe von 2,7 Millionen Euro und 1,3 Millionen Euro für die Wertberichtigung eines Darlehens an Apsis, seien allerdings nicht cash-wirksam, erklärte der Bausoftwarespezialist.

Die Tochtergesellschaft selbst teilte mit, dass der Geschäftsbetrieb zunächst unverändert fortgeführt werde. Gleichzeitig versuche man, einen neuen Investor zu finden. Von der Insolvenz unberührt ist nach eigenen Angaben die ASP-Tochter Apsis Anwenderzentrum GmbH in Dresden mit Niederlassung in Freiburg. (mb)