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Musikverleger gehen gegen Napster-Alternativen vor

21.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine Gruppe von 200.000 Musikverlegern hat Musiccity.com, den Vertreiber der Musiktausch-Software Morpheus, der Verletzung von Urheberrechten beschuldigt. Die Komponisten des Elvis-Klassikers "Jailhouse Rock", Jerry Leiber und Mike Stoller, die die Gruppe vertreten, haben eine Klage beim US-Bezirksgericht in Los Angeles eingereicht. Darin werfen sie Musiccity.com sowie den Unternehmen Grokster und Consumer Empowerment BV vor, über das Internet Software anzubieten, die den Tausch von Musik und Filmen sowie anderen Dateien ohne die Wahrung von Urheberrechten gestattet. Die Musikverleger fordern eine gerichtliche Verfügung gegen die Firmen und Schadensersatzzahlungen für die vertriebenen Musikstücke. Die Organisation verlangt für jeden der Songs 150.000 Dollar.

Im vergangenen Monat hatte bereits der US-Filmverband Motion Picture Association of America und Vertreter der Musikbranche wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung eine Klage gegen die Unternehmen vorgebracht (Computerwoche online berichtete). Es dürfte für die Kläger allerdings schwierig werden, die Internet-Dienste zu belangen. Im Gegensatz zum MP3-Service Napster setzt Morpheus zum Datenaustausch keinen zentralen Server ein. Ähnlich wie bei dem Online-Service Gnutella sind Songs und Verzeichnis auf den Festplatten der jeweiligen Benutzer gespeichert. Aufgrund dieses Vorgehens kann das Peer-to-Peer-System im juristischen Sinn nicht als Geschäft mit eigenem Kontrollorgan gesehen und zur Rechenschaft gezogen werden. Folglich müssten die Konzerne die jeweiligen Benutzer belangen.