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Motorola will Halbleitersparte an die Börse bringen

18.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einen Tag nach der Ernennung von Ed Zander zum neuen CEO konkretisierte Motorola seine Pläne, die Halbleiter-Sparte an die Börse bringen. Wie das Unternehmen aus Schaumburg, Illinois, mitteilte, habe man bereits einen entsprechenden Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Motorola beabsichtigt, beim Going-Public der vorläufig SPS Spinco Inc. genannten Geschäftseinheit Aktien im Wert von bis zu zwei Milliarden Dollar zu platzieren. Der endgültige Name der in Austin, Texas, ansässigen Gruppe werde vor dem Börsengang festgelegt.

Im Detail plant Motorola dabei, zunächst alle Stammaktien zu behalten, die beim IPO (Initial Public Offering) nicht verkauft wurden. Bis Ende 2004 sollen diese Papiere dann im Rahmen einer Sonderdividende steuerbegünstigt an Motorola-Aktionäre abgegeben werden. Als führende Konsortionalbank beim Börsengang wurde Goldman Sachs ausgewählt, weitere Angaben wie den IPO-Termin, das Börsensegment, die Zahl der auszugebenden Aktien oder die erwartete Preisfindungsspanne machte das Unternehmen nicht.

Der zweitgrößte Handy-Hersteller nach Nokia hatte bereits im Oktober die Ausgliederung der Halbleitersparte angekündigt. Der Spinoff soll Motorola eine Konzentration auf die Bereiche Kommunikation und integrierte Elektronik ermöglichen und gleichzeitig dem Halbleiterbereich neue Wachstumsmöglichkeiten durch Akquisitionen eröffnen, teilte der Konzern damals mit (Computerwoche online berichtete). Analysten hatten bereits seit längerem ein Spinoff der Sparte gefordert. So zeichnete der Halbleiterbereich im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden Dollar zu dem operativen Verlust von insgesamt 1,8 Milliarden Dollar bei, während dort mit 4,8 Milliarden Dollar nur 18 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet wurden. (mb)