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Motorola streicht weitere 7000 Stellen

28.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der amerikanische Mobilfunk- und Halbleiterkonzern Motorola hat den Abbau weiterer 7000 Arbeitsplätze weltweit angekündigt. Darüber hinaus soll im Geschäftsjahr 2002 rund 3,5 Milliarden Dollar in der Bilanz abgeschrieben werden, vornehmlich für die Restrukturierung der Halbleitersparte. Dies werde den Gewinn pro Aktie um rund 1,10 Dollar pro Aktie senken. Das Unternehmen aus Schaumburg, Illinois, rechnet für das Geschäftsjahr unverändert mit fünf bis zehn Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr, auch wenn die Einnahmen im zweiten Quartal mit rund 6,4 Milliarden Dollar die Erwartungen leicht übertreffen könnten.

"Die umfassende Restrukturierung bringt Motorola zurück auf seine Größe von Mitte der 90er Jahre, der Zeit vor den Telecom-Exzessen und Dotcom-Booms", erklärte Chairman und CEO (Chief Executive Officer) Christopher Galvin. President und COO (Chief Operating Officer) Edward Breen ergänzte, nach Abschluss der jetzt angekündigten Schritte sei der im Jahr 2000 eingeleitete Umbau des Unternehmen im Wesentlichen abgeschlossen.

Ursprünglich sah die Planung eine Verringerung der Belegschaft auf 100.000 zu Ende 2002 vor. Mit den neuerlichen Entlassungen, die laut "Wall Street Journal" vor allem die USA, aber auch Europa und Japan betreffen, reduziert sich die Mannstärke irgendwann im Jahr 2003 bis auf 93.000. Ende März diesen Jahres hatte der Hersteller 107.000 Beschäftigte in Lohn und Brot, zu Spitzenzeiten im August 2000 sogar 150.000. Die Zahl der Motorola-eigenen Halbleiter-Fertigungsstätten soll von 18 im Jahr 2000 laut Firmensprecher Scott Wyman bis zum kommenden Jahr auf acht sinken.

Analysten bewerteten die angekündigten Maßnahmen als realistisch und sinnvoll. Auch die Börse reagiert entspannt - zum Fixing an der Nasdaq schloss das Motorola-Papier um drei Prozent höher bei 14,45 Dollar. Sein 52-Wochen-Hoch liegt bei 19,49 Dollar. (tc)