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Microstrategy-Skandal: SEC entlastet PricewaterhouseCoopers

20.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach dreijähriger Untersuchung hat die US-Börsenaufsicht SEC eine Klage gegen das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) wegen Beihilfe zur Bilanzfälschung eingestellt. Dem Auditor wurde vorgeworfen, er habe bewusst Ungereimtheiten in den Bilanzen seines Klienten Microstrategy verschwiegen. Statt dessen unternahm die SEC Medienberichten zufolge rechtliche Schritte gegen den ehemaligen PwC-Wirtschaftsprüfer Warren Martin, der für die Buchprüfung bei dem Unternehmen verantwortlich war. Die Behörde sieht es als erwiesen an, dass Martin von den Bilanzmauscheleien gewusst und der Veröffentlichung falscher Umsatzzahlen zugestimmt habe. Darüber hinaus erklärte die SEC, dass Martin gegen internen Richtlinien von PwC verstoßen habe.

Microstrategy Softwarehaus selbst hatte sich bereits ein Jahr zuvor mit der SEC geeinigt. Der Business-Intelligence-Spezialist hatte im Jahr 1999 unter anderem Umsätze verbucht, die er noch gar nicht erwirtschaftet hatte. Zudem wurden Aufträge bereits vor dem entgültigen Vertragsabschluss in die Bücher genommen. Als Resultat musste die Company damals ihre Bilanzen revidieren; anstelle des ausgewiesenen Gewinns wurde ein hoher Verlust verbucht. Im Mai 2001 erklärte sich PwC daraufhin bereit, den Microstrategy-Anlegern 51 Millionen Dollar Schadensersatz zu zahlen (Computerwoche online berichtete). (mb)