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Microsoft: "Wir sind billiger als die Konkurrenz."

24.11.1999
Gates-Company verurteilt Sammelklage

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft legte gestern Zahlen zum Beweis dafür vor, daß der Softwarekonzern geringere Preise als die Konkurrenz für Updates verlange. Damit will die Gates-Company der am Montag in San Franzisko eingereichten Sammelklage gegen Microsoft den Wind aus den Segeln nehmen. Diese wirft dem Hersteller vor, sein Monopol im Markt für Betriebssysteme ausgenutzt und zu hohe Preise für neue Softwareversionen verlangt zu haben (CW Infonet berichtete).

Jim Cullinan, ein Microsoft-Sprecher, wehrte sich gegenüber dem Brancheninformationsdienst "Computerwire" gegen diese Anschuldigungen. Microsofts Preise seien durchgehend niedriger als die der Konkurrenz. "IBM verlangt 149 Dollar für ein OS2-Upgrade, Apple 99 Dollar für ein Mac OS-Upgrade und ein Be-OS-Upgrade kostet ebenfalls 99 Dollar. Unser Upgrade kostet 89 Dollar," erklärte Cullinan. Diese Sammelklage sei ein gutes Beispiel für Rechtsanwälte, "die sich nicht für das Wohl der Verbraucher einsetzen, sondern nur hinter dem Geld her sind," schloß der Sprecher.

Inzwischen wurden auch im Bundesstaat Ohio zwei Sammelklagen gegen den Softwaregiganten eingereicht. Darin wird Microsoft vorgeworfen, für seine Software zehn Milliarden Dollar zuviel kassiert zu haben. Hinter diesen Klagen steht der Staranwalt Stanley Chesley, der sich bereits in den aufsehenserregenden Verfahren gegen die amerikanische Tabakindustrie einen Namen gemacht hat. Sollten die Klagen Erfolg haben, könnte eine Entschädigung von insgesamt 30 Milliarden Dollar herausspringen, so Chesley.

Motiviert wurden die Klagen durch die "Findings of Fact" im laufenden Kartellverfahren gegen Microsoft, die Richter Jackson am 5. November vorgelegt hat. In dieser ersten Tatsachenfeststellung legt er dem Unternehmen zur Last, seine Monopolstellung im Markt für Betriebssysteme ausgenutzt und den Verbrauchern 40 Dollar mehr als die Mitbewerber für Updates abgeknöpft zu haben (CW Infonet berichtete).