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Microsoft-Verfahren geht weiter

21.09.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach der wochenlangen Verhandlungspause im Kartellverfahren gegen Microsoft werden heute Anklage und Verteidigung ihre Schlußplädoyers in Washington halten. Chefankläger David Boies vom US-Justizministerium wirft dem Softwareriesen unlauteren Wettbewerb und Monopolbildung vor. Microsoft wird voraussichtlich mit der Argumentation kontern, daß es der Anklage nicht gelungen sei, eine Monopolstellung oder Behinderung von Konkurrenzprodukten nachzuweisen. Diese Verteidigungsstrategie hatte die Gates-Company bereits vor einigen Wochen gegenüber Vertretern der Presse angekündigt (CW Infonet berichtete). Microsoft hatte in den bisherigen Sitzungen immer wieder darauf hingewiesen, die Anklage verkenne die Schnellebigkeit sowie den Wettbewerbscharakter der IT-Industrie. Experten erwarten, daß Richter Thomas Jackson heute mit eigenen Fragen aktiv in die Anhörung eingreifen wird. Davon

erhoffen sich die Antitrust-Beobachter bereits Indizien für die Urteilssprechung. Jackson wird nach Meinung der Experten innerhalb der nächsten 45 Tage die erste der zwei Urteilsverkündungen vornehmen, die zweite folgt Anfang nächsten Jahres.