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Microsoft schließt Rahmenvertrag mit britischer Regierung

18.08.2004

Im Kampf gegen die wachsende Bedrohung durch Open-Source-Software verbucht Microsoft einen Teilerfolg: Mit der Beschaffungsbehörde der britischen Regierung schloss der Softwaremulti einen Rahmenvetrag über die Nutzung von Softwareprodukten. Die Briten prüfen aber auch weiterhin den Einsatz Linux-basierender Systeme.

Mit dem Vertrag verlängert Microsoft eine bereits bestehende Vereinbarung mit der Behörde um weitere drei Jahre. Experten schätzen den Wert auf mehrere Millionen englische Pfund. Wenige Tage zuvor hatte der Softwarekonzern einen auf zehn Jahre angelegten Vertrag mit dem Londoner Stadtbezirk Newham geschlossen.

Dennoch bedeuten die Deals für Microsoft nur einen Teilerfolg. Bereits im Jahr 2002 hatte sich die britische Regierung in einem offiziellen Papier grundsätzlich für den Einsatz von Open-Source-Software ausgesprochen. In mehreren Pilotprojekten prüft die öffentliche Hand derzeit, inwieweit quelloffene Software im Vergleich zu proprietären Systemen Vorteile bringt.

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Open Source hat Microsoft seine Bemühungen um Kunden aus der öffentlichen Verwaltung auch in anderen europäischen Ländern verstärkt. Im April 2003 gelang es dem US-Hersteller, mit Bundesinnenminister Otto Schily einen neuen Lizenzrahmenvertrag abzuschließen. Demnach erhalten Bund, Länder und Gemeinden Microsoft-Produkte zu besonders vorteilhaften Bedingungen. Aber auch in diesem Fall konterte Microsoft einen Offensive der Open-Source-Protagonisten: Bereits im Juni 2002 hatte IBM mit dem Bundesinnenministerium einen Rahmenvertrag geschlossen, der günstige Konditionen bei der Beschaffung von Open-Source-Systemen sichert. (wh)