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Microsoft beantragt Patente auf XML-Format für Office-Dokumente

26.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat Patentgesuche in Neuseeland und der Europäischen Union eingereicht, die das XML-basierende Dateiformat von Microsoft Office betreffen. Geschützt werden sollen Methoden zur Interpretation des von Microsoft verwendeten XML-Schemas. Dadurch würde der freie Datenaustausch via XML mit anderen Anwendungen unterbunden, sagen Experten.

Laut Rob Helm, Analyst bei Directions on Microsoft, müssten in der Folge Hersteller, die ihre Office-Pakete mit Im- und Export-Filter für die XML-Formate von Microsoft Office ausstatten wollen, Lizenzgebühren entrichten. Das vom Open-Source-Pakete Openoffice verwendete XML-Format wäre laut Helm nicht betroffen, da es auf einem anderen Schema basiere. Allerdings sei die Kompatibilität zu Microsofts XML-Format nicht gewährleistet.

Microsoft habe in der Vergangenheit immer wieder Standards unterstützt, um diese im Markt durchzusetzen, sagte Matt Rosoff, ebenfalls Directions-on-Microsoft-Analyst. Ziel sei es jedoch immer gewesen, über Urheberrechte Wertschöpfung aus den Technologien zu generieren. Dies zeigten auch die in den vergangenen Monaten gestellten Patentanträge auf das Dateisystem FAT (File Allocation Table) und "Cleartype", eine Technik zur optimierten Darstellung von Schriften auf Computerbildschirmen (Computerwoche online berichtete).

Keine große Bedeutung will Sam Hiser, zuständig für das Marketing bei Openoffice.org, den jetzt gestellten Anträgen beimessen. Es gebe keinen großen Bedarf, Daten via XML mit Microsoft Office auszutauschen. Hiser rechnet außerdem damit, dass die Patentgesuche abgelehnt werden. (lex)