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Microsoft baut irische Töchter aus Steuergründen um

13.03.2006
Microsoft baut seinen Betrieb in Irland so um, dass es dort aus steuerlichen Gründen gehortete Vermögenswerte nicht länger öffentlich machen muss.

Bereits im vergangenen Monat haben zwei in Dublin ansässige Microsoft-Töchter, die Round Island One Ltd. und die Flat Island Co., laut "Wall Street Journal" ihre Aktionärsstrukturen verändert und bei der irischen Regierung den Status einer "unbeschränkten Haftung" beantragt. Das Wirtschaftsblatt hatte zuvor aufgedeckt, dass die kleinen Firmen Microsoft-Aktiva im Wert von 16 Milliarden Dollar verwalten (siehe "Irland-Tochter drückt Microsofts Steuern").

Mit "Unlimited Liability" wären Round Island One und Flat Island nicht länger verpflichtet, ihre Bilanzen detailliert zu veröffentlichen. Allerdings wächst für Microsoft das Risiko, falls einem der Ableger ein Konkurs oder Rechtsstreit droht. Der Konzern war zunehmend unter Druck geraten, nachdem bekannt geworden war, dass er Vermögenswerte nach Irland verlagert, um Steuern zu sparen. Auf der grünen Insel werden Firmengewinne nur mit 12,5 Prozent besteuert im Vergleich zu 35 Prozent in den USA.

Round Island One kontrolliert Assets im Wert von über 16 Milliarden Dollar, zumeist Rechte an geistigem Eigentum, die wiederum Flat Island verwaltet. Der Statuswechsel, am Donnerstag vergangener Woche von der "Irish Times" berichtet, ist nach Aussagen eines Microsoft-Sprechers "Teil unserer Strategie, künftiges Geschäftswachstum zu erleichtern und zu unterstützen". Die operative Haupttochter von Microsoft in Irland, Microsoft Irland Operations Ltd., werde "auch zukünftig ihre Finanzberichte veröffentlichen". (tc)