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Messechef Raue: "Wir erneuern die CeBIT"

23.03.2004
Ernst Raue, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG, sprach mit CW-Chefredakteur Christoph Witte über die Cebit 2004 und seine Pläne für das nächste Jahr.

CW: Wie zufrieden sind sie mit der ersten Messehälfte?

RAUE: Sehr. Von Donnerstag bis Samstag waren 220.000 Messebesucher auf dem Gelände. Bis Sonntagabend kamen rund 300.000. Außerdem haben wir die Zahl der Fachbesucher leicht steigern können. Uns freut besonders, dass auch mehr Besucher aus mittelständischen Unternehmen kamen und Vertreter aus dem Handel sogar doppelt so oft zur CeBIT gefunden haben wie im Vorjahr.

CW: Hat sich das neue Konzept mit der starken Einbeziehung der Consumer-Elektronik bewährt? Werden sie es für die CeBIT beibehalten?

RAUE: Im Prinzip ja, aber die Messe wird 2005 anders aussehen als in diesem Jahr. Zunächst bieten wir eine horizontale Plattform bestehend aus Informationstechnik, Kommunikationstechnik, Software, Services, Neue Medien und Consumer Elektronics an. Darauf bauen vertikale Marktplätze auf.

Wir belegen dann nicht mehr sechs bis sieben Hallen mit Software, sondern wir zeigen durchgängige Business-Prozesse, in die Hardware, Software, Services und Beratung eingebunden sind. Zum anderen haben wir Marktplätze wie den Public Sector oder Banking und Kommunikation. Aber auch Marktplätze wie E-Home oder E-Health sind vorstellbar.

CW: Befürchten Sie nicht, dass die CeBIT durch den starken Eindruck, den die Consumer-Elektronik in diesem Jahr macht, als Endverbrauchermesse gesehen wird? In Halle 2 konnte man sehr schnell den Eindruck gewinnen, auf der Internationalen Funkausstellung zu sein.

RAUE: Die IFA zielt auf den Endverbraucher, und sie bedient nur den Ausschnitt Unterhaltungselektronik. Die CeBIT hat in diesem Bereich nicht den Endkunden im Visier, sondern den Händler. Außerdem decken wir die gesamte ITK ab, und da können Sie die digitale Unterhaltungselektronik nicht mehr abschneiden. Der Markt entwickelt sich in diese Richtung, und die CeBIT war immer ein Spiegel des Marktes.

CW: Wären ohne die Ausdehnung auf den Consumer-Markt in diesem Jahr die Besucherzahlen eingebrochen?

RAUE: Nein, das glaube ich nicht. Der europaweiten IT-Marktstudie EITO zufolge macht der professionelle Bereich immer noch 85 Prozent des IT-Marktes aus, und das spiegelt sich sicher auch in den Besucherzahlen der CeBIT. (ciw)