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Meldet Silicon Graphics Gläubigerschutz an?

13.02.2006
Silicon Graphics Inc. (SGI) ist möglicherweise gezwungen, Gläubigerschutz anzumelden.

Dies sei dann notwendig, wenn die kürzlich geplanten Restrukturierungsmaßnahmen nicht greifen oder wenn es dem Unternehmen nicht gelingt, einen Käufer zu finden oder zumindest jemanden, der bereit ist, eine signifikante Investition in SGI zu tätigen, teilte das Unternehmen mit.

Im November 2005 war der Hersteller von Workstations und Servern vom Handel an der New Yorker Börse genommen worden, im Januar 2006 auch von der Nasdaq. Die Marktkapitalisierung des einstigen Schwergewichts der Workstation-, Hochleistungsserver- und Animations- sowie Visualisierungsszene beträgt momentan noch rund 92,6 Millionen Dollar.

SGI hat letztmals im Jahr 1997 einen Gewinn von 125,7 Millionen Dollar melden können. Seinerzeit berichtete das im kalifornischen Mountain View beheimatete Unternehmen auch einen Rekordumsatz von 3,66 Milliarden Dollar. Seitdem ging es mit der Firma bergab.

Die letzten Quartalszahlen waren alles andere als rosig: Der Nettoverlust stieg von 11,2 auf 30,5 Millionen Dollar, der Umsatz sank um 35 Prozent auf 144,4 Millionen Dollar. An Cash-Vermögen hat SGI noch 66 Millionen Dollar vorzuweisen.

SGI produzierte lange Jahre auf den Risc-Chips von Mips basierende Hochleistungsmaschinen, die oft in Animationsstudios und für Virtual-Reality-Lösungen ihren Einsatz fanden. Die Maschinen liefen unter dem proprietären "Irix"-Betriebssystem. Das Unternehmen verkaufte in den Hochzeiten seine Softwarebibliotheken auch an Dritte. Allerdings dürfte die starke proprietäre Ausrichtung der SGI-Produktwelt dazu beigetragen haben, dass die Verkäufe zusehends sanken.

Neben diesen Systemen bietet SGI auch Linux-Rechner an, die mit Intels "Itanium"-Prozessor rechnen. Auch diesem Chip war - zumindest bislang - keine Erfolgsgeschichte beschieden. Dieser Umstand dürfte ebenfalls zu den sich summierenden Problemen von SGI beigetragen haben.

Den mehrfachen Restrukturierungen fiel seit 1997 ein Großteil der Mitarbeiter zum Opfer. Beschäftigte das Unternehmen seinerzeit noch knapp 11.000 Angestellte, waren es im vergangenen Jahr nur mehr knapp 2.500. SGI hat angekündigt, dass es sich im Zuge einer weiteren, für 2006 geplanten Umstrukturierung, von zusätzlich 217 Mitarbeitern trennen wird. Weitere Entlassungen sind nicht ausgeschlossen. (jm)