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Mehr Jobs im Silicon Valley

17.01.2006
Erstmals seit vier Jahren steigt die Zahl der Stellen im IT-Mekka wieder.

Einem Jahresbericht des Joint Venture Silicon Valley zufolge habe sich die Zahl der Stellen im Jahresvergleich wieder erhöht. Seit fünf Jahren würden sich die Leute fragen, was im Silicon Valley los sei, berichtet Russell Hancock, Leiter des Wirtschafts- und Kommunalverbands für San Francisco und San Diego. Viele hätten schon befürchtet, das IT-Mekka würde seinen Status als führender Hightech-Standort verlieren. Die zurückliegenden Jahre seien eine Periode der Restrukturierung gewesen. "Diese Phase ist nun vorbei", betont Hancock. Die Wende habe begonnen.

Noch ist der Zuwachs jedoch marginal. Im vergangenen Jahr arbeiteten 1,15 Millionen Menschen in der IT-Branche der Region. Das bedeutet einen Anstieg von 0,2 Prozent gegenüber 2004. Von den Zahlen der Boom-Jahre um die Jahrtausendwende ist man weit entfernt. Damals entstanden im Silicon Valley 350 000 neue Jobs. Zwei Drittel davon gingen nach dem Platzen der Dotcom-Blase wieder verloren. Man darf die jetzige Situation nicht mit der von vor fünf Jahren nicht vergleichen, warnt Hancock. Diese Zeiten seien endgültig vorbei. Einen derartig rasanten Anstieg der Jobs werde man wohl kaum ein zweites Mal erleben.

Laut der jetzt veröffentlichten Studie würden zurzeit vermehrt kreative Köpfe im Valley gesucht statt Ingenieure wie in den vergangenen Jahren. Zu den Jobmaschinen gehörten Firmen wie Apple und Google. Der Suchmaschinenbetreiber habe im September 2005 genau 4989 Mitarbeiter beschäftigt. Das bedeutet einen Anstieg von 65 Prozent gegenüber den 3021 Angestellten ein Jahr zuvor.

Neben der Zahl der Stellen nehmen die Urheber der Studie auch eine Reihe weiterer Faktoren auf, beispielsweise die Zahl der Patente, Investitionen und die Entwicklung der Gehälter. Auch diese übrigen Standortindikatoren deuten auf einen weiter gehenden Aufschwung. So sei das Pro-Kopf-Einkommen das zweite Jahr in Folge gestiegen und betrage derzeit rund 56 600 Dollar pro Jahr. Das Jahreseinkommen des Durchschnitts-US-Amerikaners liegt derzeit bei etwa 35 000 Dollar.

Auch in Deutschland scheint sich der Arbeitsmarkt für IT-Spezialisten zu beleben (siehe auch: IT-Arbeitsmarkt im Aufwärtstrend) Im vergangenen Jahr wurden hierzulande rund 25 Prozent mehr IT-Jobs ausgeschrieben als 2004. Laut einer Untersuchung des Personaldienstleisters Adecco und der COMPUTERWOCHE wuchs die Zahl der IT-Stellenangebote im Jahresvergleich von 16 673 auf 20 961. Dies bestätige, dass es wieder aufwärts geht. (ba)