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MCI verbucht Milliardenverlust

05.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Carrier MCI (ehemals Worldcom) hat seinen Nettoverlust im dritten Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 55 Millionen auf 3,4 Milliarden oder 10,65 Dollar je Aktie ausgeweitet. Schuld an dem hohen Minus war eine Abschreibung in Höhe von insgesamt 3,5 Milliarden Dollar. Das Unternehmen aus Ashburn, Virginia, hatte bereits Mitte Oktober angekündigt, dass es den Wert seiner Netzinfrastruktur deutlichen nach unten korrigieren werde. Man reagiere damit auf die unfairen Regeln im Endkundengeschäft sowie auf den gestiegenen Wettbewerb, hieß es damals (Computerwoche.de berichtete).

Das um diese Sonderaufwendungen bereinigte operative Ergebnis konnte MCI hingegen von plus 77 Millionen auf plus 121 Millionen Dollar verbessern. So schrumpfte zwar der Umsatz im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 5,08 Milliarden Dollar. Gleichzeitig gelang es dem erst im April aus dem Gläubigerschutz entlassenen Unternehmen jedoch, die Kosten für Verwaltung und Vertrieb um 24 Prozent zu drücken. Dazu wurde unter anderem die Zahl der MCI-Mitarbeiter seit Anfang des Jahres um 18.000 auf rund 41.000 reduziert. Weitere Entlassungen sind angeblich vorerst nicht geplant.

In der Zukunft will sich das Unternehmen auf Geschäftsbereiche konzentrieren, in denen sich eine Stabilisierung der Einnahmen abzeichnet. Laut MCI-Chef Michael Capellas zähen dazu insbesondere IP-basierende Produkte und Dienste. So werde der Carrier künftig Internet-, TK- und Netzsicherheits-Services an Großunternehmen verkaufen. Aus dem Endkundengeschäft, wo die Erlöse wegen der gesunkenen Preise um 18 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar eingebrochen sind, zieht sich MCI dagegen langsam zurück.

Für das ausklingende Geschäftsjahr 2004 rechnet MCI unverändert mit einem Verlust. Gleichzeitig warnte Capellas davor, dass der Umsatz leicht unter den angepeilten 21 bis und 22 Milliarden Dollar liegen werde. (mb)