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Lucents Finanzchefin wirft das Handtuch

07.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach nur einem Jahr im Amt hat Deborah Hopkins den Posten als Finanzchefin des angeschlagenen Netzwerkkonzerns Lucent Technologies geräumt. Ihre Position übernimmt Frank D´Amelio, der zuvor Chef der Switching-Sparte war. Hopkins wird sich künftig "anderen Herausforderungen" stellen. Die 46-Jährige verlässt die US-Company in einer äußerst angespannten Situation. Lucent hat Schulden in Höhe von mehreren Milliarden Dollar und musste Tausende von Mitarbeitern entlassen. Für sein zweites Fiskalquartal meldete der Netzwerkausrüster unlängst einen Nettoverlust von 3,7 Milliarden Dollar (Computerwoche online berichtete). Hopkins begründete den Zeitpunkt ihres Rücktritts damit, dass sie die Grundlage für die Restrukturierung des Konzerns gelegt

habe und es nun Zeit für einen neuen Finanzchef sei. Einige Analysten halten ihren Ausstieg jedoch gerade aufgrund der erst beginnenden Neuordnung von Lucent für heikel.

Auf jeden Fall darf sich Hopkins über einen Bonus von 4,6 Millionen Dollar freuen, den sie zusätzlich zu ihrem Jahresgehalt von 287.000 Dollar erhält. Als der damalige und inzwischen geschasste Lucent-Chef Richard McGinn sie von Boeing abwarb, versprach er ihr den Bonus, wenn sie mindestens ein Jahr bei der Netzwerk-Company bleiben würde. Ihre zwölf Monate machte Hopkins am 24. April voll.

Gleichzeitig gab Lucent die Zusammenlegung der Datennetzwerk-Division mit der Switching-Sparte bekannt, deren Leitung Janet Davidson übertragen wurde. Sie war zuvor President der Data-Networking-Einheit.