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Lotus liefert den "Discovery Server" aus

26.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBMs Softwaretochter Lotus Development hat nach mehr als einjähriger Wartezeit endlich die zweite Kernkomponente ihres "Knowledge Discovery System" (früherer Codename "Raven") fertiggestellt, den "Lotus Discovery Server". Dieser war mehrfach verschoben worden, zuletzt vor einem Monat. Das Produkt gestattet es Anwenderunternehmen, Daten und Ressourcen in ihren Netzen zu indexieren, Information mit passenden "Experten" zu verknüpfen und das so gesammelte Wissen über eine ausgefuchste Suchfunktion zu erschließen. 50 Betatester probieren die Technik bereits aus. Das zweite Element des Knowledge Discovery System, das so genannte Wissensportal "K-Station", ist bereits seit einiger Zeit erhältlich.

"Die Frage ist, wie viele Leute den Discovery Server überhaupt verstehen und seine Vorteile nutzen können", überlegt Gartner-Analyst Simon Hayward. "Der Absatz wird wohl nur langsam wachsen. Voran gehen dürfte es vor allem in Projekten mit starkem Serviceschwerpunkt." Lotus versuche mit Macht, aus dem ewigen Messaging-Krieg mit Microsoft zu entkommen und sich als führender Anbieter von Collaboration- und KM-Werkzeugen aufzustellen. Aber auch hier ist Microsoft aktiv, seit neuestem mit seinem "Sharepoint Portal Server". Beobachter halten allerdings das Lotus-Produkt für leistungsfähiger und sehen eher Nischenanbieter wie Autonomy, Plumtree oder Tacit Knowledge Systems als Konkurrenz.