Web

 

Jupiter Research: Googles Wachstumsmotor gerät ins Stottern

09.08.2004

Glaubt man einer aktuellen Studie, tun Suchmaschinenbetreiber wie Google gut daran, nach neuen Wachstumstreibern Ausschau zu halten: Die Analysten von Jupiter Research gehen davon aus, dass der US-Markt für bezahlte Sucheinträge bis 2009 auf 5,5 Milliarden Dollar wächst. Verglichen mit den rund 2,6 Milliarden Dollar Umsatz in 2003 würden sich die Einnahmen damit in den nächsten fünf Jahren zwar mehr als verdoppeln. Gleichzeitig schätzen die Auguren jedoch, dass die noch in 2003 erlebte jährliche Wachstumsrate von 65 Prozent auf elf Prozent zurückgeht. Das Marktsegment habe ein phänomenales Wachstum in den letzten Jahren hinter sich, erklärt Jupiter-Analyst Nate Elliott. Nun reife der Sektor.

Google habe richtig erkannt, dass es sich künftig breiter aufstellen muss, so der Marktforscher. Man könne davon ausgehen, dass die Company in drei Jahren nicht mehr nur ein Betreiber von Suchmaschinen sein wird. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt setzten potenzielle Investoren jedoch noch zu 75 Prozent auf das künftige Geschäft mit bezahlten Sucheinträgen. Lediglich ein Viertel entfalle auf die Fähigkeit von Google, andere Einnahmequellen zu erschließen.

Als Reaktion auf die wachsende Konkurrenz durch Yahoo oder MSN im Kerngeschäft experimentieren die Kalifornier bereits mit einer Reihe neuer Geschäftsfeldern, etwa der Produktsuchmaschine "Froogle", dem Webmail-Dienst "Gmail" und schließlich mit der Desktop-Suche. Nach Schätzung von Jupiter Research handelt es sich bei letzterem jedoch um ein für Werbetreibende vergleichsweise wenig attraktives Gebiet. Die Marktforscher erwarten, dass die Werbeerlöse hier bis 2009 auf 879 Millionen Dollar ansteigen – das entspricht nicht einmal dem Doppelten der für 2004 prognostizierten 502 Millionen Dollar Umsatz.

Der Gesamtmarkt mit Online-Werbung, inklusive Sucheinträge und Werbebanner, soll sich aus Sicht der Auguren bis 2009 auf 16,1 Milliarden Dollar nahezu verdoppeln. Der Sektor profitiere dabei von der höheren Verweildauer der Verbraucher im Internet sowie von neuen und besseren Werbetechniken. Gleichzeitig werde der Anstieg der Bannerpreise schrittweise wieder zurückgehen, glaubt Jupiter Research. Außerdem seien Werbekunden künftig zunehmend anspruchsvoller und verlangten präzise Auswertungen, um die Wirkung der Marketingkampagnen zu bewerten. (mb)