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ITxpo: Europa, Du hast es besser

29.03.2001
Europäische Internet-Firmen seien gut dran, verkündete Gartner-President Bill McDermott in seiner Keynote zur ITxpo in Florenz - sie könnten aus den Fehlern ihrer US-Pendants lernen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auch wenn Europa den Auswirkungen der US-Konjunkturflaute nicht entkommen kann - die Szene in den Staaten bietet hiesigen Neuökonomen eine gute Möglichkeit, aus den Fehlern ihrer amerikanischen Vorgänger zu lernen. Dies war der Tenor der Keynote-Ansprache von Gartner-President Bill McDermott zur Eröffnung des Europe Spring Symposium/ITxpo in Florenz. "Wir leben in einer global verbundenen Welt - es ist nur eine Frage der Zeit, wann die US-Wellen nach Europa schwappen", so der Gartner-Mann. Er schätzt allerdings, dass der alte Kontinent vom Konjunktureinbruch weniger stark betroffen sein wird als die USA.

McDermott warnte vor übertriebener Schwarzmalerei in Sachen E-Business. "Wir machen gerade eine mächtige Desillusionierung durch - mit der Folge, dass viele Anwender ihre IT-Investitionen teilweise oder völlig einfrieren." Das, erklärte der Analyst, sei sicher der falsche Weg. "Im nächsten Jahrzehnt werden die Unternehmen erfolgreich sein, denen es gelingt Internet-Technik und -Geschäftsmodelle mit ihrem Kerngeschäft zu integrieren. Strategie und Umsetzung sinnvollen IT-Investments ist für die kommenden zehn Jahre die beste Waffe einer Firma, um ihre Leistung zu steigern."

Angesichts ökonomischer Zwänge rät McDermott, die Ausgaben auf die wichtigsten Geschäftsprozesse zu fokussieren. Dabei sollten möglichst sowohl Umsatz generiert als auch Kosten gesenkt werden. Hier seien neue Wege der Zusammenarbeit mit IT-Lieferanten und Dienstleistern angesagt. Fazit: "Sie sollten ihre Projekte nicht aufgrund ökonomischer Unsicherheit oder von Enttäuschung über das E-Business verschieben."