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IT-Serviceanbieter setzen auf den Energiesektor

12.04.2006
Vor allem Systemintegration und Outsourcing bieten Potenzial.

Angesichts der steigenden Ölpreise und des ungebremsten globalen Energiebedarfs entwickeln sich die Öl- und Gasförderer sowe die unabhängigen Energieproduzenten zu einem lukrativen Markt für die IT-Servicebranche. Vor einigen Jahren haben einige große Öl-Konzerne mit der Auslagerung von IT-Infrastruktur, Anwendungen und Geschäftsprozessen an externe Anbieter begonnen. Einer Studie von IDC zufolge sind derzeit fast drei Viertel aller Öl- und Gasversorger mit der Konsolidierung ihrer IT-Aktivitäten beschäftigt. Durchschnittlich etwas mehr als die Hälfte ihrer IT-Budgets entfallen dabei auf Ausgaben für externe Provider.

Dieser Trend wird sich nach Einschätzung der Marktforscher weiter fortsetzen. So sollen die weltweiten Ausgaben der Öl- und Gasindustrie für IT-Services von 13 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr auf 18 Milliarden Dollar 2009 ansteigen. Ein Drittel der Ausgaben entfalle dabei auf die Systemintegration, gefolgt von Outsourcing (23 Prozent) und Beratung (neun Prozent).

Nach Einschätzung von David Smith, verantwortlich für den Bereich Öl und Gas beim IT-Dienstleister EDS, setzt die Branche derzeit vor allem auf Infrastruktur-Outsourcing inklusive Hosting sowie Speicher- und Datenzentrumsservices. Auch BPO (Business Process Outsourcing) sei für die Energie-Multis ein Thema. Nach dem Finanz- und Rechnungswesen würde mittlerweile verstärkt Tätigkeiten im Bereich Human Resources (HR) an externe Partner vergeben.

Dabei findet auch die Verlagerung in Niedriglohnländer immer mehr Anklang in der Branche, meint Aswatha Amarnath, Nordamerika-hef der Abteilung Energieversorger beim Offshore-Spezialisten Wipro Technolgies. Rund zwölf Prozent des im vergangenen Geschäftsjahr erzielten Wipro-Gesamtumsatzes in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar entfalle auf das Geschäft mit Kunden aus dem Energiesektor.

Allerdings schließen sich nicht alle Energieversorger dem Outsourcing-Trend an. So fährt Exxon Mobil derzeit eine klare Insourcing-Strategie, in deren Rahmen auch größere SAP-Upgrades intern erbracht werden. Der spanische Öl-Gigant Repson YPF hat 174 Millionen Euro in ein Technologie-Center investiert, dessen rund 350 Mitarbeiter neben Forschung und Entwicklung auch technischen Support leisten. Generell sind sich die Marktexperten einig, dass die Branche bestimmte IT-Funktionen grundsätzlich nicht an externe Anbieter auslagern wird. Dazu zählten unter anderem technische Consulting-Leistungen, Nicht-SAP-Anwendungen sowie das Asset- und Work-Management. (sp)