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IT-Arbeitsmarkt: Positive Entwicklung hält an

08.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die jüngste Adecco-Auswertung der IT-Jobangebote in 40 Tageszeitungen und der COMPUTERWOCHE ergab, dass die Zahl der freien IT-Stellen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr von 9605 auf 12 154 gestiegen ist. Mit 3616 Angeboten kommen wie gewohnt die meisten Offerten aus Beratungs- und Softwarehäusern, deren Anteil mittlerweile fast ein Drittel aller IT-Angebote ausmacht. Mehr IT-Posten besetzen laut Adecco auch die Maschinen- und Fahrzeugbauer, Verlage, die Elektronik- und Telekommunikationsindustrie. Richtig spektakulär ist das Angebot in der Luft- und Raumfahrtindustrie von elf auf 108 Offerten nach oben geschnellt - zugegeben auf eher niedrigem Niveau. Auch die Zeitarbeitsfirmen melden größeren Bedarf an: Die Offerten stiegen von 264 auf 419. Einen leichten Rückgang verzeichnet der öffentliche Dienst, nachdem im Vorjahr der Staat einer der zuverlässigsten Garanten für IT-Neueinstellungen war. Dies geschieht allerdings auf hohem Niveau, denn immerhin steht der Staat mit fast 1200 ausgeschriebenen Offerten an zweiter Stelle nach den IT-Dienstleistern vor den Maschinenbauern, den Elektrotechnikern und den anderen großen Branchen. Flaute herrscht in der Konsumgüterindustrie, bei den Finanzdienstleistern sowie der Chemiebranche, die weniger Interesse an Computerfachleuten haben als im Vorjahr.

Nach Tätigkeiten gerechnet entfiel der stärkste Zuwachs auf die Bereiche Internet/Online und Anwendungsentwicklung. Rund 354 Web-Profis und 2723 Programmierer suchten die Arbeitgeber in den ersten sechs Monaten. Damit hat sich das Angebot für Online-Fachleute verdoppelt, und bei den Entwicklern sind es fast 1000 Stellen mehr als im Vorjahr. Auch Organisatoren und Koordinatoren sind weiterhin begehrt, wobei zu ergänzen ist, dass die Statistik zu dieser Berufsgruppe auch die firmeninternen Berater und die Trainer zählt. Dieser Bereich legte immerhin um fast 40 Prozent auf 1342 freie Stellen zu.

Ebenfalls im Aufwind befinden sich die Datenbank- und Systemspezialisten sowie die Vertriebsmitarbeiter. 1587 Stellen waren für Erstere ausgeschrieben, was einem Plus von knapp über 20 Prozent entspricht. Dazu kommen 1324 Offerten für Verkäufer (1025 im Vorjahr). Festzustellen ist ebenfalls, dass sich Trendthemen in Stellenanzeigen niederschlagen. So haben sich bei Content-Managern, XML-Spezialisten und Security-Experten die Jobs verdreifacht, aber eben auf ganz niedrigen Niveau auf ca 30, bei Java-Experten stiegen sie von zwei auf 24 und bei Website-(Quality-)Managern von 31 auf 56.

Einen Platztausch gab es bei der regionalen Verteilung der Offerten. Nachdem im vorigen Jahr Nordrhein-Westfalen die Liste der Bundesländer mit den meisten freien IT-Jobs anführte, ist das Land an Rhein und Ruhr auf den dritten Platz mit 1804 Stellen zurückgefallen. Bayern belegt den ersten Platz mit 2087 Offerten vor Baden-Württemberg mit 1837 Inseraten. Erholt hat sich der Arbeitsmarkt auch im Osten der Republik. Hier stiegen die Angebote überdurchschnittlich um 32 Prozent auf 2485. (hk)