iPad in der Medizin

iPad in der Klinik: Erfolgreich als Patienten-Informator

Stephan Wiesend schreibt für die Computerwoche als Experte zu den Themen Mac-OS, iOS, Software und Praxis. Nach Studium, Volontariat und Redakteursstelle bei dem Magazin Macwelt arbeitet er seit 2003 als freier Autor in München. Er schreibt regelmäßig für die Magazine Macwelt, iPhonewelt und iPadwelt.
Amerikanische Klinken nutzen iPad schon länger, einige nutzen sie sogar, um Patienten zu informieren und zu schulen.

Apples iPad wird bereits in großer Anzahl in Kliniken und anderen Gesundheitseinrichtungen verwendet, bisher aber vor allem von Ärzten und Pflegepersonal. Wie Tech Crunch berichtet, erproben immer mehr Klinken wie Jacobs Medical Center, Metro South Medical Center und Cedars Sinai die Ausgabe an Patienten.

So nutzt Cedars Sinai in Los Angeles schon seit einem Jahr Tablets, um Patienten auf dem aktuellen Stand zu halten. Einige blieben oft mehrere Wochen, was zu Problemen bei der Dokumentation in Papierform führe. Entlastet werde das Pflegepersonal auch bei der Schulung und Information der Patienten. So liefere das Gerät etwa Informationsvideos, gleichzeitig hätten die Patienten immer Übersicht über ihre Informationen.

Seine Patientendaten kann man über eine EHR-Software aufrufen.
Seine Patientendaten kann man über eine EHR-Software aufrufen.

Frühgeborene und neugeborene Babys mit Krankheiten müssen oft isoliert werden, so dass die Eltern sie einige Tage nicht sehen können. Eine Lösung bietet die Klinik ebenfalls per iPad. Die Eltern können in diese Zeit per iPad über Facetime mit ihnen kommunizieren, die Klinik nennt dies auch "BabyTime".

Wie Techchrunch berichtet, sorgen außerdem in der Herzstation 50 iPads mit der Epic-Software MyChart für die Aufzeichnung und Anzeige von Vitalinformationen. Allerdings scheint nicht jeder Patient diese Informationsmöglichkeit während des ganzen Klinikaufenthalts zu wollen: Ein befragter Patient hatte das iPad schon nach einigen Tagen wieder zurückgegeben.

Die App MyChart zeigt aktuelle Vitaldaten
Die App MyChart zeigt aktuelle Vitaldaten

Cedars Sinai ist für diese Nutzung allerdings auch bereits gut vorbereitet, da das Non-Profit-Krankenhaus bereits eine sogenannte EHR-Software namens MyCS-Link verwendet. Diese ermöglicht per Web oder iOS-App Patienten Online-Zugriff auf ihre Patientendaten. Dazu gehören neben weiteren Informationen sogar Notzen des zuständigen Arztes.

Die amerikanischen Kliniken sind sehr interessiert, wenn auch der Sicherheitsaspekt noch als großes Problem gesehen wird. (Macwelt)