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Iomega will Stellen abbauen

28.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Speicherspezialist Iomega Corp. will im Rahmen einer Restrukturierung des Unternehmens rund 30 Prozent seiner Stellen streichen. Damit müssten sich rund 120 Mitarbeiter einen neuen Job suchen. Die im US-amerikanischen San Diego ansässige Firma erhofft sich von diesem Schritt Einsparungen in Höhe von 38 bis 42 Millionen Dollar jährlich. Ziel ist, im operativen Geschäft nach einer langen Durststrecke wieder schwarze Zahlen zu schreiben. CEO Werner Heid hofft, dies bereits im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2005 zu erreichen. Neben dem Stellenabbau plant das Iomega-Management Konsolidierungsmaßnahmen in den Bereichen Fertigung und interne Geschäftssysteme sowie gezieltere Marketing-Ausgaben. Zudem sollen ausgelagerte Tätigkeiten wieder intern abgewickelt werden. Die Kosten für die Restrukturierung beziffern die Verantwortlichen auf sieben bis zehn Millionen Dollar. Diese Aufwände sollen in die Bilanzen des zweiten Halbjahres einfließen.

Iomega werde sich künftig ganz auf Festplatten-basierende Speicherlösungen für Consumer und kleine Unternehmen konzentrieren, kündigte Heid an. Mit der Konzentration könne man einen klareren Produkt- und Marktfokus verfolgen. Die schlankere Organisation verbessere die Kostensituation der Firma und sorge außerdem für schnellere Entscheidungswege und Entwicklungszyklen.

Heid hatte bereits Ende April bei der Vorstellung der Bilanz für das erste Quartal des Jahres eine Umstrukturierung des Unternehmens angekündigt. In den ersten drei Monaten 2005 hatte Iomega 72,9 Millionen Dollar verdient, rund 13,3 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Verlust erhöhte sich gleichzeitig von 4,9 auf 5,9 Millionen Dollar. Die Zahlen für das zweite Quartal 2005 will Iomega heute im Laufe des weiteren Tages veröffentlichen.

Die jetzt angekündigte Restrukturierung ist nicht die erste in den vergangenen Jahren. Bereits im Juli 2003 hatte Heid versucht, mit dem Abbau von 200 Stellen das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen (siehe: Iomega orientiert sich neu und entlässt). Im September 2004 folgte die nächste Runde mit der Entlassung von 145 Mitarbeitern (siehe: Iomega entlässt 25 Prozent). Ziel war auch damals bereits, die Produktpalette zu verschlanken und Kosten zu sparen. Wie die jetzt angekündigte Restrukturierung belegt, haben die Maßnahmen der vergangenen Jahre offenbar nicht ausgereicht, den Niedergang des Unternehmens aufzuhalten.

Vor der Jahrtausendwende war Iomega mit seinen Zip-Laufwerken groß geworden und hatte beispielsweise im Jahr 1998 einen Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar verbucht. Allerdings ist es dem Management nicht gelungen, genauso erfolgreiche Nachfolgeprodukte im Markt zu platzieren. Die Einnahmen im Zip-Umfeld wurden von Jahr zu Jahr geringer und läuteten damit den Niedergang ein. Im Geschäftsjahr 2004 standen nurmehr Erlöse in Höhe von 328,7 Millionen Dollar zu Buche. Unter dem Strich stand ein Verlust von 36,7 Millionen Dollar. (ba)