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Intels Preissenkungen werden immer dramatischer

17.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um bis zu 32 Prozent hat Intel jetzt die Preise für Prozessoren gesenkt. In einem ersten Schritt wurde dabei der Pentium 4 um bis zu 19 Prozent billiger. Ende April soll Analysten zufolge der Preis für Intels Flaggschiff nochmals reduziert werden: Dann sei der Prozessor um rund 50 Prozent billiger zu haben als noch vor kurzem.

Laut Analysten verfolgt der Konzern mit den Preissenkungen mehrere strategische Ziele. Zum einen will man die Nachfrage nach dem Pentium 4 ankurbeln, denn dieser soll bis zum Jahresende den Pentium III ablösen. Zum anderen soll der Konkurrent AMD ausgebremst werden, der mit seinem "Athlon" weiterhin Boden gutmacht. Die Insider warnen jedoch vor den finanziellen Auswirkungen der dramatischen Preissenkungen, vor allem den schwindende Margen. Denn der Pentium 4 sei in der Herstellung sehr teuer. Gleichzeitig gewähre Intel PC-Herstellern zusätzliche Rabatte.

Marktkenner sehen in der Preissenkung auch eine Reaktion auf die regen Aktivitäten am grauen Markt. Dort laden Großhändler und PC-Hersteller jeweils zum Quartalsende ihre Überbestände zu Dumping-Preisen ab. Beobachter zweifeln jedoch, ob laufende Preissenkungen das probate Mittel sind, um der Lage Herr zu werden. Der Schuss könne auch nach hinten losgehen, wenn schon rabattierte Chips dort zu weiteren Discount-Preisen verschleudert würden.