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Intels Pentium-4 wird viel zu groß

23.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die physische Größe von Intels neuem "Pentium-4"-Prozessor wird dem Halbleitergiganten Analysten zufolge zu hohen Herstellungkosten und Lieferengpässen führen. Der unter dem Codenamen "Willamette" bekannte Chip soll mit 217 Quadratmillimetern mehr als doppelt so groß sein wie sein Vorgänger. Marktforscher hatten mit lediglich 170 Quadratmillimetern gerechnet. Befürchtet wird nun, dass die Produktionskosten des Prozessors und damit die Verkaufspreise in die Höhe schießen, da zur Herstellung die doppelte Menge an Rohmaterialien benötigt wird.

Zudem wird den Analysten zufolge die Produktionszahl anfangs begrenzt sein, da Intel den neuen Chip mit der selben Methode produziert wie den "Pentium-III". Aus einem Wafer könnten daher nur halb so viele Pentium-4-Prozessoren gefertigt werden. Dieses Problem werde erst dann behoben sein, wenn Intel 2001 seine Fertigung vom 0.18- auf das 0.13-Mikrometer-Verfahren umstellt. Des weiteren will der Halbleiterriese seine Prozessoren im kommenden Jahr statt auf den bisher üblichen 200-Millimeter-Wafern auf einer Siliziumscheibe mit einem Durchmesser von 300 Millimetern produzieren.

Der Pentium-4 soll im vierten Quartal auf den Markt kommen und zunächst mit einer Taktrate von 1,4 Gigahertz laufen. Marktexperten erwarten, dass Intel in einem Jahr kommerzielle Varianten mit zwei Gigahertz herausbringen wird.