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Intel steigert Quartalsgewinn um 25 Prozent

20.04.2005
Intel hat im Q1 dank starker Nachfrage nach seinen Chips für Notebooks, Handys und andere elektronische Geräte Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel hat im ersten Quartal 2005 dank einer starken Nachfrage nach seinen Chips für Notebook-Computer, Handys und andere elektronische Geräte Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert. Der weltgrößte Chiphersteller wird angesichts ausgelasteter Fabriken und der Aussicht auf eine noch kräftigere globale Nachfrage erheblich mehr investieren als bisher geplant. Intel verdiente in den ersten drei Monaten dieses Jahres 2,2 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,7 Milliarden Euro) oder 25 Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Quartalsumsatz legte um 17 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn pro Aktie erhöhte sich auf 34 (Vorjahr: 26) Cent. Damit hat Intel die Gewinnerwartungen der Wall Street von 31 Cent und die Umsatzprognosen von 9,31 Milliarden Dollar deutlich übertroffen.

Der Umsatz mit Mikroprozessoren stieg auf 6,9 (6,1) Milliarden Dollar, teilte Intel am Dienstag (Ortszeit) in Santa Clara (Kalifornien) mit. Mit Flash-Chips, die als Speicher in Handys und anderen tragbaren Geräten eingesetzt werden, setzte das Unternehmen 578 (417) Millionen Dollar um. Während der Chiphersteller in Nord- und Südamerika einen Umsatzrückgang auf zwei (2,2) Milliarden Dollar verbuchte, legt das Europa-Geschäft auf 2,1 (1,9) Milliarden Dollar zu. Der asiatisch-pazifische Raum (ohne Japan) war mit 4,4 (3,3) Milliarden Dollar der am stärksten wachsende Markt gegenüber Japan mit 961 (717) Millionen Dollar Umsatz.

Die Börsen atmeten angesichts der besser als erwartet ausgefallenen Zahlen auf. Die Sorge um eine weitreichende Nachfrage- Abschwächung im Technologiesektor, die nach den enttäuschenden Geschäftsergebnissen von IBM vor wenigen Tagen aufgekommen war, ist damit gewichen. Die Intel-Aktien legten nachbörslich von 22,63 auf 23,33 Dolar zu.

Intel hatte bereits in der Mitte des Quartals seine Prognosen nach oben korrigiert. "Das ist das beste erste Quartal in unserer Firmengeschichte", sagte Deutschland-Chef Hannes Schwaderer. "Den allgemeinen Pessimismus in der Branche kann ich nicht teilen." In Deutschland verzeichne Intel den größten Umsatz-Anteil mit der Centrino-Technologie, sagte Schwaderer. Hier liege der Marktanteil der Mobil-Chips bei den rund 7000 Intel-Kunden bei rund 70 Prozent. Nach wie vor verzeichne der PC-Markt zweistelliges Wachstum. Darüber hinaus sei Intel in zahlreichen Wachstumsbereichen aktiv.

In Kooperation mit anderen Unternehmen investiert Intel in Deutschland nach Angaben von Schwaderer vor allem in die drahtlose Datenübertragung (Wimax), mobile Lösungen für das Auto sowie das digitale Gesundheitswesen (E-Health). "Schon in den nächsten Wochen werden wir erste Geräte zum Beispiel für den Internet-Zugang unterwegs im Auto auf dem Markt sehen." In einer mittelgroßen deutschen Stadt engagiert sich Intel derzeit gemeinsam mit anderen Unternehmen für ein Projekt zum Aufbau eines digital vernetzten Krankenhauses, das auch die umliegende Infrastruktur etwa mit Apotheken verbinden soll. "Das sind Zukunftsmärkte, auf die wir bauen können", sagte Schwaderer.

Die hohen Investitionen der vergangenen Jahre zahlen sich jetzt bei Intel in Form kostengünstigerer Produktionsanlagen und höherer Gewinnmargen aus. Für das zweite Quartal geht Intel weltweit von einem Umsatz von 8,6 bis 9,2 Milliarden Dollar aus. Die Bruttomarge soll im Gesamtjahr 2005 rund 59 Prozent betragen. Der Branchenführer erwartet für das Gesamtjahr Forschungs- und Entwicklungsausgaben von 5,2 Milliarden Dollar. Das Unternehmen erhöhte seine Investitionsprognose auf 5,4 bis 5,8 Milliarden Dollar gegenüber bisher 4,9 bis 5,3 Milliarden Dollar.

Intels schärfster Konkurrent Advanced Micro Devices (AMD) hatte zuletzt für das erste Quartal rote Zahlen vor allem wegen eines schwachen Geschäfts mit Flash-Speichern ausgewiesen. Der AMD-Umsatz war um ein Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar zurückgegangen, der Verlust belief sich auf 17,4 Millionen Dollar. Das Geschäft mit Computer-Prozessoren legte dagegen um 31 Prozent auf 750 Millionen Dollar zu. (dpa/tc)