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Infineon überrascht mit Umsatz- und Ergebnisplus

21.04.2004

Der Münchner Chiphersteller Infineon Technologies AG konnte in seinem zweiten Geschäftsquartal 2003/04 die Gewinnprognosen der Analysten deutlich übertreffen. Der Siemens-Ableger erzielte in den Monaten Januar, Februar und März einen Nettoprofit von 39 Millionen Euro oder fünf Cent pro Aktie, verglichen mit einem Fehlbetrag von 328 Millionen Euro oder 45 Cent pro Anteil im Vorjahreszeitraum und einem Plus von 34 Millionen Euro im vorangegangenen ersten Geschäftsquartal. Die Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Nettogewinn von 24 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz konnte dank der starken Nachfrage nach Automobil- und Mobilfunkchips um 13 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro gesteigert werden und lag damit ebenfalls leicht über dem Analystenkonsens. Gegenüber dem vorangegangenen ersten Geschäftsquartal stiegen die Einnahmen um drei Prozent.

Das Geschäft von Infineon hat sich im zweiten Quartal weiter positiv entwickelt, erklärte Interimschef Max Dietrich Kley. Als Gründe nannte er nicht nur die insgesamt starke Kundennachfrage, sondern auch eine Steigerung der Produktivität. Der Konzern profitierte nach eigenen Angaben im Berichtszeitraum von den reduzierten Verlusten im Bereich Drahtgebundene Kommunikation sowie der verbesserten Rentabilität der Sparten Speicherprodukte und Sichere Mobile Lösungen.

Der außerhalb Europas erwirtschaftete Umsatz erreichte einen Anteil von 58 Prozent am Gesamtumsatz gegenüber 57 Prozent im vorausgegangenen ersten Geschäftsquartal. Die Umsätze in Nordamerika machten 22 Prozent des Gesamtumsatzes aus, gestiegen von 20 Prozent im Vorquartal. Im asiatischen Markt wurden 35 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Zum 31. März 2004 beschäftigte Infineon weltweit rund 33.600 Mitarbeiter, davon waren etwa 6.500 in der Forschung und Entwicklung tätig.

Trotz des anhaltenden Preisdrucks ist Infineon für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres optimistisch, dass der Umsatzanstieg im Bereich Automobil- und Industrieelektronik andauert. Ähnliches gilt für die Sparten Sichere Mobile Lösungen und Speicherchips. Im verlustgeplagten Bereich Drahtgebundene Kommunikation erwarten die Münchner dagegen für die nächsten beiden Quartale nur ein moderates Wachstum. Der Konzern kündigte daher weitere Restrukturierungsmaßnahmen an, um die Rentabilität der Sparte über das Jahr zu verbessern. Unter dem Strich ist Interimschef Kley aber zuversichtlich, die Position von Infineon in der gegenwärtigen Aufschwungphase des Halbleitermarktes weiter verbessern zu können. (mb)