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Indische Softwareindustrie will Geschäft in Deutschland ausbauen

17.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Ansicht des indischen Verbands für Software und IT-Services, Nasscom, nutzen deutsche Firmen das Einsparungspotenzial durch die Auftragsvergabe nach Indien noch nicht ausreichend aus. So rangiert Deutschland im Softwareexport weltweit an dritter Stelle hinter den USA und Großbritannien. Was aber den Import von indischer Software betrifft, lag Deutschland dagegen im Geschäftsjahr 2002 (Ende: 31. März 2002) mit 2,6 Prozent weit hinter den beiden Vergleichsländern zurück. Obwohl indische Software- und Servicefirmen effizient und vor allem preisgünstiger als ihre Konkurrenz in Europa arbeiteten, scheinen die Deutschen nicht genug Vertrauen zu haben, sagte der Verbandssprecher S.V. Ramachandram der "dpa". Den Bemühungen der Nasscom ist es indes mit zuzuschreiben, dass die Softwareexporte nach Deutschland von 95 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 1999 auf knapp 200 Millionen Dollar

im Geschäftsjahr 2001 geklettert sind. In Indien lassen unter anderem Bosch, Siemens und Lufthansa entwickeln.

Neben einem Zuwachs beim klassischen Offshore-Outsourcing von Anwenderfirmen hofft die Nasscom, dass künftig auch mehr Aufträge von Herstellern für die Produktentwicklung im Softwarebereich erteilt werden. Im Februar forderte der Verband indische Softwarefirmen auf, sie sollten ihre Hilfe bei der Entwicklung von Embedded-Software für die Bereiche Automotive, Luftfahrttechnik und Konsumerelektronik anbieten. Die Nasscom geht außerdem davon aus, dass ISVs (Independent Software Vendors) ihren Weg nach Indien finden werden. Diese stünden nach wie vor unter Druck, ihre Entwickler-Teams aufzustocken, ihre Prioritäten in Einklang zu bringen und die Kosten zu senken. Ein indisches Backend könnte ihnen bei vielen dieser Probleme helfen, so die Nasscom. (mb)