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IBM will SCO-Prozess beschleunigen, SCO will FSF-Dokumente

21.05.2004

IBM will weitere Verzögerungen in dem von SCO initiierten Verfahren wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Linux nicht länger hinnehmen. So forderte Big Blue das zuständige Gericht nun auf, einen Antrag SCOs auf Verschiebung des für Mai 2005 geplanten Prozesstermins abzuweisen. SCO wolle das Verfahren unnötig in die Länge ziehen, um Linux-Nutzer weiter zu verunsichern, heißt es in der Begründung.

Klage gegen IBM hatte SCO bereits im März 2003 eingereicht (Computerwoche.de berichtete). Den strittigen Quellcode, der beweisen soll, dass IBM Funktionen des urheberrechtlich geschützten Unix System V auf Linux übertragen hat, konnte das Unternehmen bislang nicht vorlegen.

Unterdessen hat die Free Software Foundation (FSF) ein Schreiben veröffentlicht, in dem die Organisation im Zusammenhang mit dem Prozess gegen IBM aufgefordert wird, alle Dokumente zu veröffentlichen, die die Linux zugrunde liegende GPL (GNU General Public License) betreffen. Dazu zählen auch interne Schriftstücke sowie die E-Mail-Kommunikation mit Linus Torvalds, IBM und anderen Partnern seit 1999. Bradley Kuhn, Executive Director der FSF, hat angekündigt, der Aufforderung nicht nachzukommen und Einspruch einzulegen. In diesem Fall müsste SCO vor Gericht in jedem einzelnen Punkt auf Herausgabe der Dokumente klagen.

Außerdem beschuldigte Kuhn Microsoft, hinter der Verzögerungstaktik von SCO zu stecken. Durch den Erwerb einer Unix-Lizenz von SCO (Computerwoche.de berichtete) habe die Gates-Company nicht nur die Rechte an der Nutzung des Systems, sondern auch die Dienstleistung erworben, die Free-Software-Bewegung zu attackieren. Der wahre Gegenstand des Vertrags zwischen Microsoft und SCO sei das Streuen von "FUD" (Fear, Uncertainty and Doubt - Angst, Unsicherheit und Zweifel). (lex)