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IBM fordert Abweisung der SCO-Klage

17.08.2004

Die Verantwortlichen von IBM haben beim zuständigen Bezirksgericht im US-Bundesstaat Utah beantragt, Teile der Klage von Seiten der SCO Group gegen IBM abzuweisen. Das geht aus Unterlagen hervor, die Big Blue am vergangenen Freitag eingereicht hatte. Demnach solle der Vorwurf des Vertragsbruchs nicht weiter Gegenstand des Verfahrens sein. Die Anschuldigungen der SCO-Verantwortlichen, IBM habe urheberrechtlich geschützten Code aus dem Unix System V in Linux übertragen, entbehrten jeder Grundlage, verlautete von Seiten IBMs.

SCO beschuldigt IBM, Lizenzvereinbarungen, die ehemals mit AT&T geschlossen worden waren, gebrochen zu haben. SCO versteht sich durch die Übernahme von Unix System V nach eigenem Dafürhalten als Rechtsnachfolger dieser Vereinbarungen. Dieser Einschätzung widersprechen die IBM-Rechtsexperten. Auch Novell, das zwischenzeitlich die Rechte am Unix System V gehalten hatte, habe mittlerweile darauf verzichtet, wegen potenzieller Vertragsbrüche gegen IBM vorzugehen. Außerdem habe SCO in der Vergangenheit selbst freie Versionen des betroffenen Codes öffentlich zur Verfügung gestellt.

Die SCO Group hatte IBM im März 2003 auf mehrere Milliarden Dollar Schadensersatz verklagt. Das Unternehmen beschuldigt Big Blue, Urheberrechte an SCOs geistigem Unix-Eigentum zu missachten. Ferner habe IBM Verträge gebrochen und SCOs Geschäftsgeheimnisse verraten. Obwohl SCO den zuletzt genannten Anklagepunkt im Mai dieses Jahres zurückzog, bleibt die Unix-Company aus Utah weiter auf Konfrontationskurs. Erst vor wenigen Tagen wurden von Seiten der SCO-Verantwortlichen weitere Vorwürfe laut, wonach Big Blue den umstrittenen Code nicht nur für Linux sondern auch für das IBM-eigene Unix-Derivat "AIX 5L" missbraucht habe. (ba)