Red Hat Hyperconverged Infrastructure

Hyperkonvergente Infrastruktur goes Open Source

Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Red Hat bietet ab sofort eine hyperkonvergente Infrastruktur als Open-Source-basierte Software an. Diese integrierte Computing- und Storage-Plattform inklusive einem einheitlichen Management soll besonders für den Einsatz in Geschäftsfilialen und Unternehmensniederlassungen geeignet sein.

Hyperkonvergente Systeme liegen im Trend. Denn gerade mittelständische Unternehmen suchen nach einfachen und preiswerten IT-Systemen, die zum Beispiel auch als Private-Cloud-Ressourcen nutzbar sind. So sind aktuell spezielle Systeme gefragt, die einfach zu managen sind und gleichzeitig Workloads mit hoher Performance und minimalen Latenzzeiten verarbeiten können. Mit herkömmlichen Infrastrukturen sind diese Herausforderungen kaum zu bewältigen. Hyperkonvergente Lösungen bieten in solchen Fällen einen probaten Lösungsansatz.

Ein klassisches hyperkonvergentes System besteht aus aufeinander abgestimmten Hardware-Komponenten - eine Art "Data Center in a Box", in der Server, Netzwerk, Storage sowie Sicherungsfunktionen verbaut sind. Eine solche Appliance ist modular aufgebaut und kann im eigenen Rechenzentrum oder Serverraum betrieben werden.

Die sogenannten Hyper-Converged-Infrastructure-Systeme (HCI) lassen sich auf eine Vielzahl spezieller Einsatzszenarien bevorzugt für mittelständische Unternehmen vorkonfektionieren, wie zum Beispiel im E-Commerce-Umfeld. Besonders in Filialen und verteilten Niederlassungen sind HCI-Systeme gut geeignet, die kompletten IT-Aufgaben "out of the Box" ohne viel Administrationsaufwand zu übernehmen.

Die Red Hat Hyperconverged Infrastructure im Detail.
Die Red Hat Hyperconverged Infrastructure im Detail.
Foto: Red Hat

Nun offeriert Red Hat als erster Anbieter eine Open-Source-basierte hyperkonvergente Infrastruktur. Diese Lösung vereint Rechenzentrumsfunktionalitäten wie Virtualisierungs-, Storage-, Computing- und Managementtechnologien auf einer Betriebssystemplattform. So können auf einem einzigen entsprechend ausgestatten Server-System integrierte, und skalierbare IT-Services laufen. Damit lassen sich etwa dezentrale Außenstellen mit eigeschränktem Raum- und Klimatisierungsangebot auch mit Infrastruktur-Services betreiben, wie sie sonst nur ein Rechenzentrum bietet, so Red Hat. Darüber hinaus kann teilweise oder nahezu ganz auf dedizierte IT-Mitarbeiter verzichtet werden, da im Bedarfsfall die Administration zentral über die Unternehmens-IT erfolgen kann.

Das Herzstück der Red Hat Hyperconverged Infrastructure bilden speziell aufeinander abgestimmte Software-Komponenten. Dazu zählen: Red Hat Enterprise Linux als Betriebssystem und Red Hat Virtualization, eine KVM-basierte Virtualisierungsplattform sowie Red Hat Gluster Storage, ein Software-defined Storage und das Open-Source-Automations-Framework Ansible by Red Hat, welches eine automatisierte Installation und Konfiguration der HCI-Plattform von einer zentralen Stelle aus ermöglicht.

Laut den Analysten von IDC befindet sich der Markt für hyperkonvergente Systeme auf Wachstumskurs. Die Marktforscher prognostizieren bis 2019 eine durchschnittliche Steigungsrate von 60 Prozent und das bei einem Gesamtvolumen von 3,9 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich wird die Entwicklung von hyperkonvergenten Infrastrukturen durch den steigenden Druck zur Digitalisierung in den Unternehmen angekurbelt.

Doch hyperkonvergente Systeme bieten nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile. So ist das Einbinden von HCI-Systemen in eine über Jahre gewachsene IT-Infrastruktur nur mit einer gewissen Komplexität möglich und daher oft nicht ratsam. Auch die generelle Planbarkeit der zumeist vorkonfektionierten Systemressourcen gestaltet sich oft als schwierig.