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"Humankapital" ist Unwort des Jahres 2004

18.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Zum 14. Mal hat eine Jury das Unwort des Jahres gekürt. Die Fachleute werteten diesmal den Ausdruck "Humankapital" als den sprachlichen Missgriff des Jahres 2004. Damit, so monierte die Jury, würden nicht nur Arbeitskräfte, sondern Menschen überhaupt zu nur noch ökonomisch interessanten Größen degradiert.

Im Hinblick darauf, dass der Ausdruck "Humankapital" bei Volkswirten gang und gebe ist, sagte der Frankfurter Philologe Schlosser, ganz allgemein mangele es der Wissenschaft manchmal bei der Wortwahl an Feinfühligkeit.

Bereits 1998 hatte die Jury "Humankapital" als Umschreibung für die Aufzucht von Kindern gerügt. Aktueller Anlass ist die Aufnahme des Begriffs in eine offizielle Erklärung der EU vom August 2004, die damit die "Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie das Wissen, das in Personen verkörpert ist", definiert. (tc)