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HP und NEC wollen Mainframe-Alternativen schaffen

16.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard und NEC haben eine strategische Kooperation angekündigt. Beide Unternehmen wollen gemeinsam große, hochverfügbare IT-Infrastrukturlösungen für geschäftskritische Anwendungen großer Unternehmen anbieten - zunächst in den USA und Japan, später wahrscheinlich weltweit. Zielgruppe sind zunächst Global-100-Unternehmen aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und Fertigungsindustrie.

Beide Unternehmen arbeiten bereits seit 1995 im Rahmen einer Reseller-Vereinbarung zusammen. Die neue Partnerschaft beinhaltet unter anderem Marketing, Systemintegration und Kundendienst. HP und NEC wollen Mainframes (die natürlich auch weiterhin Bestand haben werden) durch Lösungen auf Basis offener Systeme ersetzen und in diesem ihrer Meinung nach boomenden Markt globale Marktführer werden. "Der Mainframe-Markt gehört IBM. Wir reden hier davon, einen komplett neuen Markt zu schaffen", erklärte Toshiro Kawamura, Vice President NEC Solutions.

Neben HPs Unix-Servern werden beide Anbieter auch Komponenten von Drittanbietern einsetzen, zum Beispiel Router von Cisco. Als Hardwareplattformen sollen außerdem Server mit Intel- und NEC-Prozessoren, als Software auch andere Betriebssystem als Unix zum Einsatz kommen. Geplant sei auch ein ganz neues Produkt mit HP-Serverhardware mit NECs Middleware "OpenDiosa". HP wird ferner seine "Utility Data Center" Technik zur RZ-Verwaltung und sein Integrated Service Management System mit einbringen.

In Japan entwickeln beide Unternehmen bereits ein integriertes System für die aus einem Merger hervorgegangene Sumitomo Mitsui Banking Corp. sowie eine E-Mail-Lösung für NTT DoCoMos "i-mode"-Dienst. Letztere soll mit 500 HP-Servern 50.000 Mails pro Sekunde verarbeiten. (tc)